Im Oktober….
Dass der mazedonischen Minderheit in Griechenland nicht alle Grundrechte gewährt werden ist nicht neu, denn die griechische Regierung erkennt keine mazedonische Minderheit bzw. die ethnischen Mazedonier in Griechenland an. Neu hingegen ist die Reichweite dieses Themas. Zwar setzt sich die Regierung Mazedoniens für die Rechte der mazedonischen Minderheit ein, jedoch kann diese nicht viel erreichen.

Nachdem die griechische Zeitung “Proto Thema” im Oktober einen Bericht mit dem Thema “Stärkung der Anti-Griechen” veröffentlichte, in welchem an das staatl. Energieunternehmen DEI appelliert wurde, kein gemeinsames “Joint Venture” mit dem Unternehmen “Coal Engergy” einzugehen, weil dieses als Hauptanteilseigner “mazedonische Bürgerrechtler” habe.

Ferner beschuldigte der Autor des Berichts, Sotiris Hiotakis, das DEI-Management, dass sie eine Kooperation mit den “offenkundigen Skopjanophiles” (ethnische Mazedonier in Griechenland) und ihrem Gegenstück in Albanien Kimet Fetahu, “welcher sich ebenfalls für die sog. Mazedonier in Albanien einsetze” abgeschlossen habe. Die Bezeichnung „Skopjanophiles” ist eine abfällige Bezeichnung für die aktiven ethnischen Mazedonier, die für ihre Grundrechte als Minderheit kämpfen.

Thanassis Parissis und Stavros Anastasiadis sind Mitglieder der EFA-Rainbow-Partei, welche sich für die Rechte der mazedonischen Minderheit in Griechenland politisch einsetzt.

Parissis ist ebenfalls Präsident der griechischen Committees der EBLUL (European Bureau for Lesser-Used Languages; http://www.eblul.org/) während Anastasiadis der erste mazedonische Bürgerrechtler war, der die Menschenrechtsfrage auf die internationale Bühne gebracht hat (OSZE-Gipfel, Kopenhagen, 1990).

“Proto Thema” vertritt die Meinung, dass solch aktive Menschen eigentlich schon Grund genug sein sollten, warum der geplante Deal nochmals überdacht werden sollte.

“Dies ist empörend. Wie sind griechische Staatsbürger, Mitglieder einer legalen politische Partei, aber trotzdem dürfen wir keine geschäftlichen Aktivitäten mit dem griechischen Staat aufgrund unserer politischen Sicht eingehen. Wenn das keine Diskriminierung ist, dann weiß ich auch nicht was Diskriminierung ist”, so Thanassis Parissis in einem Interview mit Eurolang (www.eurolang.net).

Er fügte hinzu, dass er und seine Geschäftspartner eine Beschwerde am griechischen Gerichtshof einreichen werden. Ebenfalls werde man dieses Ereignis in die Europäischen Institutionen nach Brüssel und Strassburg tragen. “Wie hoffen immer noch, dass die DEI sich nicht von solchem Druck einschüchtern lassen und weiter mit unseren beschlossenen Plänen fortfahren wird, jedoch berücksichtigt man die Umstände im heutigen Griechenland, in dem wir als “Anti-Griechen” deklariert werden, ist dies eher unwahrscheinlich, fasst Parissis zusammen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Zeitung mazedonische Bürgerrechtler aus Griechenland ins Visier nimmt. Im vergangenen Frühling wurde ein provokativer Artikel veröffentlicht, welcher unterstellt hat, dass die EFA-Rainbow-Partei, einzelne türkische Minderheitsvertreter und die amerikanische Botschaft in Griechenland einen geheimen Plan ausarbeiten würden, um ein zweites Kosovo in der Region zu erschaffen. Die EFA-Rainbow reichte sofort Klage dagegen ein. Der Fall ist noch nicht entschieden.

Im November…
Ein ultra-konservativer Parlamentarier der regierenden Nea Dimokratia Partei in Griechenland hat nun das Thema des Joint Ventures der staatlichen DEI mit einem Unternehmen „Coal Energy” von ethnischen Mazedoniern aus Griechenland und Albanien in das griechische Parlament getragen. In dem Antrag an das Ministerium für Entwicklung und an das Außenministerium thematisierte Theodoros Karaoglou erneut den Bericht der Zeitung “Protho Thema”: Der Grund, warum die DEI den Vertrag mit Coal Energy auflösen sollte ist die Tatsache, dass sich die Hauptaktionäre von Coal Energy in Menschenrechtsorganisationen aktiv einbringen, die die Rechte der Mazedonier in Griechenland und Albanien stärken wollen.

Des Weiteren fragte Karaoglou die Minister, ob sich diese denn im Klaren seien, welche Kooperation hier zwischen DEI und Coal Energy geplant sei. Sind Überprüfungen von Seiten des Ministeriums geplant, und wenn sich die Informationen als wahr herausstellen sollten, welche Maßnahmen würden ergriffen werden. Der Vorwurf ist, dass die Eigentümer von Coal Energy Mitglieder in der politischen Partei EFA-Rainbow sind und einer ein mazedonischer Bürgerrechtler aus Albanien”.

Athanassios Parissis sagte nur dazu, das er “empört darüber ist, dass solch ein Akt von Diskriminierung nun das Griechische Parlament erreicht hat.” Auf die offizielle Antwort der Ministerien warten beide noch. Auf die Entscheidung von der DEI muss jedoch nicht mehr gewartet werden. Inoffiziell hat diese bereits angekündigt, dass man kein Joint Venture für ein Projekt eingehen werde, an welchem auch mazedonische Bürgerrechtler beteiligt sind.

res. eurolang.net