Für BalkanInsight.com fasst Takis Michas aus Athen den Vorfall in der PASOK-Partei zusammen. Dabei schreibt er, dass die griechische Öffentlichkeit weiterhin Menschen bestraft, die nicht der offiziellen Meinung in Bezug auf die makedonische Frage entsprechen, wie kürzlich ein PASOK Mitarbeiter auf seine eigenen Kosten erfahren durfte.Das Verklagen und staatliche Schikanieren von Menschen, die eine andere Meinung in “nationalen Belangen” haben und in den frühen 1990er Jahren anfing, hat ihre Spuren in der griechischen Gesellschaft hinterlassen.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass einige Menschen, die eine eher kritische Meinung zum Verhalten Griechenlands gegenüber der mazedonischen Frage habe, eher schweigen, weil sie Angst haben müssen, dass ihre veröffentlichte Meinung sich negativ auf ihre berufliche Zukunft auswirken könnte. Diese Befürchtungen sind nicht unbegründet.

Grigoris Valianatos war seit 1985 bei der linken PASOK Partei als Kommunikationsberater angestellt. Seine Aufgabe war es, politische Mitteilungen seiner Partei richtig zu “verpacken”. Er hatte keine Befugnis den Inhalt der Mitteilungen zu verändern.

Als dann aber Herr Valianatos in einem TV-Interview seine Ansicht zum Thema “Skopje” und die Frage der mazedonischen Minderheit in Griechenland letzten Donnerstag (6.11.2008) öffentlich kundgab, was alles vorbei. Er vertrat die Meinung, dass das Land alle Rechte habe, Mazedonien zu heißen und dass es eine mazedonische Minderheit in Griechenland gebe.

Obwohl er klar darstellte, dass dies nur seine persönliche Meinung sei und nichts mit den Ansichten seiner Partei zu tun habe, wurde er am nächsten Morgen vor die Tür gesetzt. Die Begründung der Kündigung war, dass er eine persönliche Meinung habe, die in gegengesetzter Richtung zu der stehen, die die Partei vertritt.

“Ich war geschockt, als ich die Begründung las”, sagte Valianatos. “Jeder wusste meine Meinung zu diesen Themen, die ich schon über Jahre hin weg hatte und niemals nicht nur einen Bruchteil eines Problems damit hatte. Tatsächlich bekam ich dafür sogar einmal einen Applaus, als ich vor einigen Jahren auf einem PASOK-Parteitag die Existenz einer türkischen und mazedonischen Minderheit in Griechenland öffentlich anerkannte. Sogar der Parteivorsitzende George Papandreau applaudierte”.

Dieser Vorfall in der griechischen Öffentlichkeit ist ein Beleg dafür, wie Griechenland mit den Menschen umgeht, die öffentlich ihre Meinung zu diesem Thema äußern. Solch eine Politik der Einschüchterung hat nichts mit Demokratie zu tun, in welcher jeder frei seine Meinung sagen kann, ohne dafür Abgestraft zu werden. Solche Methoden haben im Europa des 21. Jahrhunderts nichts verloren.

i.A. BalkanInsight.com ; EUROLANG