Das Parlament der Republik Makedonien hat am 01.04.2012 mit großer Mehrheit die Einführung der konstitutionellen Monarchie als Staatsform beschlossen.  Mit diesem Beschluss soll an das historische Königreich Makedonien angeknüpft werden und die republikanische Epoche des makedonischen Staates nach fast 68 Jahren beendet werden. Durch die Einführung der Monarchie wird sich natürlich auch der Staatsname von „Republik Makedonien” in „Königreich Makedonien” ändern und der bisherige Namensstreit mit der Hellenischen Republik könnte so überwunden werden.

Hintergrund

In der frühsten Geschichte war Makedonien ein Königreich und unterschied sich damit in der Staatsform unter anderem auch von den antiken griechischen Stadtstaaten dieser Zeit. Für die antiken Griechen, die für sich kein Königreich als Staatsform kannten, waren die antiken Makedonier Barbaren und keine Hellenen. Erst später und auf Druck der antiken Makedonier wurden die antiken Makedonier als Hellenen anerkannt. Heute gibt es einen anderen Streit. Aus hellenischer Sich seien die heutigen Makedonier Hellenen und keine republikanischen Makedonier. Daher dürfe der Staat der nicht existierenden republikanischen Makedonier auch nicht Republik Makedonien heißen. Aus Sicht der bisherigen Republik Makedonien würde durch die Einführung der Monarchie der republikanisch bedingte Namensstreit mit der Hellenischen Republik überwunden werden können. Denn ein Königreich unterscheidet sich nicht nur geographisch sondern auch materiell von einer Republik und damit gibt es eine ausreichende zusätzliche Spezifizierung zum Namen Makedonien. Da Griechenland (Hellenische Republik) eine Republik ist und bleibt kann die griechische Region Makedonien als Teil der Hellenischen Republik eben kein Teil eines Königreiches sein. Damit gibt es einen klaren und definierten Unterschied zwischen der griechisch-republikanischen Region Makedonien und dem „Königreich Makedonien”. Des Weiteren verspricht sich der makedonische Staat mit der Einführung der Monarchie auch eine internationale Aufwertung und eine steigende Attraktivität für den Tourismus. Innenpolitisch können durch die  Einführung der Monarchie die ethnischen und gesellschaftliche Gegensätze überwunden werden. Die konstitutionelle Monarchie Belgien dient hier als positives Beispiel. Ohne König würden die Flamen und die Wallonen längst getrennte Wege gehen. So oder so: Die Einführung der Monarchie wird dem makedonischen Staatswesen gut tun.

Der Weg zur Monarchie

Der Parlamentsbeschluss zur Einführung der Monarchie muss zunächst durch ein Referendum bestätigt werden. Denn hier kommt es ja zu grundlegenden Änderungen der Staatsgrundsätze und diese können nur vom Souverän selbst, dem Volk beschlossen werden. Wahrscheinlich schon am 24.06.2012 soll das Volk über die Einführung der Monarchie abstimmen. Mit dieser Abstimmung wird natürlich auch über den künftigen Staatsnamen „Königreich Makedonien” abgestimmt werden. Wann das Königreich Makedonien proklamiert wird und wer Königin oder König wird, ist bisher noch offen. Doch soll noch in diesem Jahr die Proklamation des Königreiches Makedonien erfolgen. Bis zur Krönung der Königin oder des Königs bleibt Gjorge Ivanov noch Staatsoberhaupt des makedonischen Staates. Durch die Unterzeichnung der Änderung der Verfassung der Republik Makedonien (dann Königreich Makedonien) verkürzt Gjorge Ivanov selbst seine eigene Amtszeit als Staatspräsident. Er tue dies jedoch aus fester Überzeugung und mit den besten Wünschen für die zukünftige Königin oder für den zukünftigen König.

Es lebe das Königreich Makedonien