Nachdem Griechenland Probleme mit dem Namen der Republik Mazedonien hat, solle diese den Namen ändern. Die griechische Außenministerin Bakoyannis teilte heute mit, dass sie die die Verhandlungen als „aussichtslos” ansehe. Nachdem immer wieder von Kompromissen gesprochen wurde, in welchen Mazedonien einen Namen ändern soll, kommt auch vermehrt die Frage auf, warum auch nicht Griechenland ihre nördliche Provinz nicht umbenennen sollte?

Bis 1988 gab es offiziell diese Provinz nicht, zumindest nicht unter diesem Namen. Bis dahin kannte man den norden Griechenlands als „Nord-Griechenland”. Die Bezeichnung „Makedonien” wollte man absichtlich nicht verwenden, um die Idee eines autonomen Makedoniens der ethnischen Makedonier in Griechenland zu beseitigen.

Zeitgleich hatte jedoch die Bundesrepublik Jugoslawien eine Teilrepublik mit dem Namen Makedonien, der keiner die Existenz streitig gemacht hatte. Nicht einmal Griechenland hatte Einspruch erhoben in der ganzen Zeit. Erst 1991, als die Förderation Jugoslawien zerfallen war, hatten sich die Kräfteverhältnisse zu Gunsten Griechenlands gewandelt. Griechenland konnte mit einer Wirtschaftsblockade die junge Republik Mazedonien zu Verfassungsänderungen und der Änderung der Staatsflagge zwingen. In dieser Zeit waren die Grenzen aufgrund des Embargos gegen Serbien nach Norden und durch Griechenlands Blockadepolitik im Süden quasi geschlossen.

Bis 1991 hatte man keine Forderungen und nannte die eigenen Gebiete nicht Makedonien, sondern Nord-Griechenland, doch nun wollte man mit allen Mitteln den Namen der Republik Makedonien ändern. Die letzte Aktion zur Isolierung Makedoniens war das Veto zum Nato-Beitritt Makedoniens sowie die Einladung der makedonischen Delegation zum Nato-Gipfel an diesen Tagen (Dez. 2008) in Brüssel.

Ein Schritt in Richtung Kompromiss wäre sicherlich, wenn Griechenland von der seit 1991 bestehenden Haltung abrückt und ebenfalls von sich aus Geständnisse macht. Eine Ankündigung, dass man einem Mazedonien mit „neuem” Namen keine Steine in den Weg in die EU und NATO legt ist kein Eingeständnis, sondern eher eine Selbstverständlichkeit. Mögliche griechische Aktionen, welche zur Lockerung des gespannten Verhältnisses führen könnten.

Ein Entgegenkommen könnte es sein, dass Griechenland die ethnischen Makedonier in Griechenland als Minderheit anerkennt. Griechenland bestreitet strikt deren Existenz, obwohl diese von fast allen internationalen Organisationen anerkannt sind.

Griechenland gibt die Besitztümer der makedonischen Flüchtlingskinder und deren Erben zurück, welche im Bürgerkrieg vertrieben wurden. Daraufhin wurde ihnen die Einreise verboten und sie wurden enteignet.

Griechenland zeigt einen gutnachbarlichen Charakter, in dem es auch den Namen der eigenen Provinz ändert. In den Diskussionen mit dem UN-Sondervermittler Matthew Nimetz wurde bereit Nordmakedonien für Mazedonien vorgeschlagen. Griechenland könnte und sollte vielleicht sogar ihre Provinz in Südmakedonien umbenennen. Vergleicht man die Anzahl der Umbenennungen von Provinzen, so stellt man fest, dass Griechenland geübter dabei ist. Seit 1913 hatte man das „Ägäis-Makedonien” bereits 3 Mal umbenannt.