Ein Rückfall in vergangene Verhaltensweisen führt zu zunehmenden Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo. Konkret geht es um einen Zug, der am 14. Januar 2017 zwischen der serbischen Hauptstadt Belgrad und der nord-kosovarischen Stadt Kosovska Mitrovica verkehren sollte.

Der Streitpunkt: Dieser Zug hatte in 21 Sprachen die Aufschrift „Kosovo ist Serbien“ auf den Wagons stehen. Innerhalb des Zuges hingen Bilder von orthodoxen Ikonen und Bilder aus dem serbisch-orthodoxen Kloster Dečani  im Kosovo und Zugbegleiterinnen trugen Halstücher in den Farben der serbischen Nationalflagge. Bis heute hat Serbien das Kosovo völkerrechtlich nicht anerkannt und erhebt weiterhin Anspruch darauf. Das Kosovo beharrt auf seine vollständige Souveränität und wird von mehr als die Hälfte der Staaten der Welt völkerrechtlich als unabhängiger Staat anerkannt.

voz-unutrasnjost-890x395 voz-kosovo

Das Kosovo schickte Polizeieinheiten an die Grenze, woraufhin Serbien den Zug stoppen ließ. Die Rhetorik zwischen Serbien und dem Kosovo wurde schärfer. Der serbischen Präsident Tomislav Nikolić drohte in Reaktion auf den kosovarischen Polizeieinsatz sogar mit einem Einsatz der Armee.

Bereits zuvor verkehrte auf der Strecke vom zentral-serbischen Kraljevo nach Kosovska Mitrovica im Kosovo ein Zug, allerdings ohne Aufschriften mit pro-serbischen Aussagen. Neu war die Erweiterung dieser Verbindung bis in die serbische Hauptstadt Belgrad. Letztendlich wurde die Zugverbindung durch Serbien politisch instrumentalisiert und damit die Stimmung unnötig angeheizt. Infolge des Vorfalls steht die Verbindung bis auf Weiteres nicht mehr zu Verfügung.

Notwendig sind ein Abbau der Spannungen und die Unterlassung von allem, was die Spannung anheizen kann. Das gilt für beide Seiten. Der Dialog zwischen Serbien und dem Kosovo muss wieder aufgenommen werden. Nur dieser Weg ist zielführend, damit in Zukunft eine Überwindung des zugrundeliegenden Konfliktes erreicht werden kann.