In der griechischen Großstadt Thessaloniki, in der griechischen Region Makedonien, habe laut Polizeiangaben am 21. Januar 2018 rund 90.000 Griechinnen und Griechen gegen einen möglichen Kompromiss im sogenannten Namensstreit protestiert. Die Organisatoren der Proteste sprachen von mindestens 400.000 Teilnehmern. Bei dem Protest ging es vor allem um Kompromisse, welche den aus ihrer Sicht griechischen Namen „Makedonien“ im Staatsnamen der Republik Makedonien beinhalten würden. Die Teilnehmer wurden laut Polizei mit 284 Bussen zum Ort der Demonstration gebracht, der Statur von Alexander dem Großen in Thessaloniki. Am Rande der Demonstration kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und Anarchisten, die eine Gegendemonstration organisiert hatten. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein. Unter den Protestteilnehmern waren auch Vertreter der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND), obwohl deren liberal gesinnter Vorsitzender Kyriakos Mitsotakis zu einem Boykott der Demonstration aufgerufen hatte.

Trotz einer beachtlichen Zahl von Protestteilnehmer war der Protest kein Massenprotest wie in den 1990er Jahren als viele Hunderttausende bis zu einer Million Griechinnen und Griechen gegen den Namen „Makedonien“ im Staatsnamen der Republik Makedonien demonstrierten. Je nach Umfrage lehnen heute Zweidrittel bzw. 70 Prozent der Griechinnen und Griechen den Namen „Makedonien“ im Staatsnamen ihres nördlichen Nachbarstaates zwar weiterhin ab, doch wünscht sich ein bedeutender Teil der Griechinnen und Griechen auch ein Ende dieses Streites und normale Beziehungen zur Republik Makedonien. Unter den griechischen Gegnern der Bezeichnung „Makedonien“ im Staatsnamen der Republik Makedonien würden einige den angestrebten Kompromiss mit einem zusammengesetzten Namen wohl dennoch akzeptieren. Unterschiede gibt es hierbei auch bei den Parteianhängern. Im Falle der Anhänge des Linksbündnisses SYRIZA sind 54 Prozent gegen einen entsprechenden Kompromiss, während es im Falle der Nea Dimokratia 67 Prozent sind. Doch aktiv gegen einen Kompromiss gehen vor allem die Nationalisten in Griechenland vor, während die Mehrheit eher passiv dagegen ist. Im Ergebnis dürfte ein Kompromiss, wie er vorgesehen ist, wohl zu einer Befriedung der Lage führen. Für die Mehrheit der griechischen Bevölkerung dürfte dann zunehmend der Wert eines solchen Kompromisses im Vordergrund stehen.