Der makedonische Ministerpräsident Zoran Zaev mit dem UN-Sondervermittler Matthew Nimetz in Skopje

Der makedonische Ministerpräsident Zoran Zaev mit dem UN-Sondervermittler Matthew Nimetz in Skopje

Im sog. Namensstreit scheint nach der zugenommenen Dynamik und den bilateralen Gesprächen zwischen den Premierministern beider Länder aber auch des Besuchs den UV-Sondervermittler in beiden Ländern weiterhin vorhanden zu sein. Beide Seiten äußerten sich überaus optimistisch. Die makedonische Seite hatte in einer gestrigen Aussage bekräftigt, dass die Identität des Landes kein Bestandteil von Verhandlungen sei.

Auf griechischer Seite hatte der Außenminister Kotsias angekündigt, Mitte Februar mit einem Bündel an Maßnahmenvorschlägen auf die Republik Makedonien zuzugehen und diese zu diskutieren, insb. einen Namen mit einer Zusatzspezifikation, den Irrendtismus und die Nutzung des neuen Namens.

In den vergangenen Tagen wurde von einigem Medien in Griechenland spekuliert, der Name „Republika Gornamakedonija“ gelte als möglicher Favorit der griechischen Seite, jedoch wurde diese Aussage nicht bestätigt.

Der Handlungsdruck scheint auf beiden Seite sehr hoch zu sein, eine schnelle Lösung zu finden. Kotsias argumentierte in den letzten Tagen sehr optimistisch, dass eine Lösung des Jahrzehnte lang dauernden Streits anstehen könnte.

„Alexander der Große hat uns gezeigt, dass man den gordischen Knoten durchschlagen muss, wenn die Zeit dafür gekommen ist“ so Kotsias. Seiner Ansicht nach, ist die Zeit überreif für eine Lösung. Er geht davon aus, dass die Lösung bis Juni 2018 erreicht wird. Das es in Griechenland für den Premierminister und seinen Außenminister nicht einfach sein wird, eine Lösung durchzusetzen ist klar. Umso verständlicher scheint es nun, dass Kotsias bei jeder Gelegenheit versucht, auf eine rasche Lösung drängen. Denn Griechenland hätte mehr zu verlieren als die Republik Makedonien, welche von fast 140 Staaten der Welt und ihrem Verfassungsmäßigen Namen bereits anerkannt ist. „Wenn es keine Lösung gibt, dann wird die Zeit die Lösung bringen, und die heisst Republik Makedonien“, so Kotsias.

Eines scheint klar zu sein, über die Sprache und die Identität wird nicht diskutiert werden. Selbst Kotsias sagte in den vergangen Tagen für den griechischen Sender ERT, dass auf einem EU-Gipfel in 1997 in Athen die makedonische Sprache als südslawische Sprache auch von Griechenland anerkannt wurde. Damit stehen die Identität der Makedonier und deren makedonische Sprache nicht zur Diskussion. Diese konnte der UN-Sondervermittler Matthew Nimetz bestätigen, der in den letzten Tagen in beiden Ländern zu Diskussionen vor Ort war.

Der internationale Druck scheint so groß zu sein, der Republik Makedonien eine Einladung zur NATO-Mitgliedschaft  beim nächsten Gipfel im Sommer 2018 auszusprechen, dass einer Lösung zu diesem sog. Namensstreit wenig entgegen stehen wird.