Nachdem am Wochenende ca. 150.000 Menschen in Athen gegen eine Lösung im sog. Namensstreit zwischen Griechenland und der Republik Makedonien demonstriert haben, sind die meisten Griechen zu Hause geblieben oder anderen Aktivitäten nachgegangen. So interpretiert es zumindest die griechische Ministerpräsident Tsipras und sein Außenminister Kotsias. Von Griechischer Seite wird auch bereits ein Termin genannt, 20. März 2018, bis eine von beiden Seiten abgestimmte Lösung vorliegen soll. Eine Parlamentsratifizierung oder ein Referendum, wie in der Republik Makedonien hierfür erwartet wird, soll möglicherweise erst im Anschluss erfolgen. So könnte eine schrittweise Umsetzung erfolgen.

Treffen in Davos: v.l.n.r. Kotsias, Zaev, Tsipras, Dimitrov

Treffen in Davos: v.l.n.r. Kotsias, Zaev, Tsipras, Dimitrov

 

Interessanterweise hat der griechische Außenminister in einem Interview mit EU Observer erklärt, dass über alles gesprochen wird, nachdem sein makedonischer Amtskollege in seiner Aussage abgegrenzt hat, dass über die Identität und Sprache nicht diskutiert wird. Die in der Öffentlichkeit erklärten aktuellen „roten Linien“ werden eine Lösungsfindung eher erschweren.  Kotsias hatte die makedonische Seite aufgerufen, ihr Angebot für eine Lösungsfindung offenzulegen. Die griechische Seite sei mit ihrer Arbeit fertig in dem sie bestätigt hat, dass für einen zusammengesetzten Namen nun festgelegt werden sollte, welcher Zusatz dies sein soll. Eigentlich könnte und sollte es die „Republik“ Makedonien sein.

 

Makedonische Flaggen

Makedonische Flaggen

Dass die Republik Makedonien bereits 1995 Änderungen die Verfassung, aber auch die Flagge und die Hymne geändert hat, sollte in den aktuellen Gesprächen nicht vergessen werden. Nun soll der Flughafen „Alexander der Große“ in Skopje umbenannt werden in Internationaler Flughafen Skopje“. Dies hatten beide Ministerpräsidenten in Davos vor einigen Wochen erklärt.

 

In einer Erklärung sagte der makedonische Ministerpräsident, dass er bzw. aus seiner Sicht die Republik Makedonien bereit sei, einen Namen mit einem geographischen Zusatz zu akzeptieren. Ob dies auch die Identität und die Sprache der Menschen betreffen wird hatte er nicht gesagt. Würden die Menschen bspw. in einer  „Republik Nordmakedonien“ sich als Nordmakedonier bezeichnen, die nordmakedonisch sprechen, oder wäre es ethnische bzw. slawische Makedonier die makedonisch sprechen? Über diese Frage könnte eine Lösungsfindung stolpern.

 

Einige Experten sprechen sich unterdessen gegen eine Änderung des Namens aus, da fast 140 Länder das Land unter ihrem verfassungsmäßigen Namen anerkannt haben. Hat die ganze Welt Unrecht und nur Griechenland hat Recht? Griechenland sollte akzeptieren, dass es einen Staat gibt, der sich Republik Makedonien nennt.