Milo Đukanović hat die Präsidentenwahl in Montenegro 15. April 2018 in der ersten Runde klar gewonnen. Der 56-Jährige hat 54 Prozent der Stimmen erreicht. Auch seine Partei erklärte ihn zum Sieger. Die regierende „Demokratische Partei der Sozialisten Montenegros“ („DPS“) ist 1990 aus dem „Bund der Kommunisten Montenegros“ hervorgegangen. Diese Partei und ihre Vorgängerpartei regieren Montenegro seit 1945. Milo Đukanović regiert Montenegro seit 1991 mit relativ kurzen Unterbrechungen fast durchgängig als Staatspräsident oder Ministerpräsident. Unter den sechs Kandidaten der zerstrittenen Opposition habe Mladen Bojanić als Zweiter 34 Prozent erzielt. Die Wahlbeteiligung dürfte niedrig ausfallen. Bis zum Mittag hatten nur 27 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Đukanović bestimmt die politischen Geschicke des Ministaates mit nur 620.000 Einwohnern seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten. Die Opposition wirft ihm vor, Montenegro wie seinen Familienbesitz zu führen und sein Millionenvermögen auf zweifelhafte Weise mit seiner Nähe zur Mafia aufgebaut zu haben. Für die USA und die EU bleibt Đukanović trotz aller Kritik der wichtigste Ansprechpartner. Er hatte sein Land im vergangenen Jahr trotz Widerstandes des einstigen Verbündeten Russland in die NATO geführt. Brüssel hatte eine EU-Mitgliedschaft bis 2025 in Aussicht gestellt.