Als erster griechischer Ministerpräsident kam Alexis Tsipras am 02. April 2019 zu einem offiziellen Staatsbesuch in die Republik Nord-Makedonien. Vorausgegangen war die formelle Beendigung des sogenannten Namensstreits im Februar 2019.

Auf seinem Staatsbesuch wurde der griechische Ministerpräsident von zehn Kabinettsmitgliedern und von rund 90 Unternehmern begleitet. Unter den 10 Kabinettsmitgliedern waren unter anderem Energieminister Jorgos Stathakis, Infrastrukturminister Christos Spirtzis und Verteidigungsminister Evangelos Apostolakis. Der Verteidigungsminister hat ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, nachdem die griechische Luftwaffe den Luftraum der Republik Nord-Makedonien überwachen soll, da diese nicht über entsprechende Kampfflugzeuge verfügt. In der griechischen Wirtschafts-Delegation sind vor allem die Bereiche Energie, Landwirtschaft, Lebensmittel und Versicherungen vertreten gewesen. Nach Deutschland ist Griechenland der zweitgrößte Handelspartner der Republik Nord-Makedonien.

Der Ministerpräsident der Republik Nord-Makedonien, Zoran Zaev, empfing seinen Gast aus Griechenland sehr freundschaftlich und sagte: „Bisher sahen wir nur gute Gelegenheiten an uns vorbeiziehen. Nun lägen gemeinsame Möglichkeiten vor uns“ Alexis Tsipras erwiderte: „Wir schlagen ein neues Kapitel in unserer Geschichte auf“, er führte weiter aus: „Wir haben viel Zeit verloren und müssen jetzt rasch aufholen“. Der makedonische Ministerpräsident Zoran Zaev hielt den historischen Moment mit Alexis Tsipras fest, in dem er sein Handy herausholte und ein Selfie von seinem Kollegen und sich machte.

Die Regierungsmitglieder der beiden Staaten unterzeichneten mehrere Vereinbarungen. Des Weiteren vereinbarten sie die konkrete Umsetzung der Errichtung von Botschaften in Athen und Skopje sowie den Abbau von Handelshindernissen. Dieser Staatsbesuch kann als historisch angesehen werden. Die Ministerpräsidenten vergaßen hierbei nicht auch auf die Gegner der erreichten Lösung einzugehen, welche es in großer Zahl in beiden Staaten noch gibt. Diese sollen für den Neubeginn der freundschaftlichen und gut nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten ebenfalls noch gewonnen werden. Eines Tages wird die Geschichte ihr Urteil fällen und dieses Urteil könnte bei gutem Willen auf beiden Seiten die vereinbarte Lösung umzusetzen sehr gut ausgehen.