Bulgarisch-makedonische Kommission soll außerordentlich tagen

Die bulgarisch-makedonische multidisziplinäre Expertenkommission für historische und bildungsrelevante Fragen trifft sich sechs Mal im Jahr zu Sitzungen. Die bulgarische Seite hätte gerne häufiger Sitzungen und möchte spätestens im September 2019 eine außerordentliche Sitzung durchführen. Hintergrund ist die vom bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissow getätigte Äußerung, dass die Kommission bis Ende Oktober 2019 einen Kompromiss zur historischen Person Goce Delčev finden soll. Die nationale Zuordnung von Goce Delčev ist zwischen Bulgarien und Nord-Makedonien umstritten, wobei die besondere Bedeutung für die Geschichte und Kultur beider Staaten und ihrer Nationen unumstritten ist.

Angel Dimitrov, Vorsitzender der bulgarischen Seite der Expertenkommission, forderte die makedonischen Historiker auf, sich Ende August 2019 zu treffen, um die Chancen zu erhöhen, eine endgültige Lösung zu finden, die den Charakter und die Arbeit von Goce Delčev bewerteten soll. Für Dragi Gjorgjiev, dem Vorsitzenden der makedonischen Seite der Expertenkommission, könne der Einstieg in die Identitätsfrage von Goce Delčev in die Sackgasse führen. Es sollte für die Bewertung der historischen Persönlichkeit Goce Delčev kein zeitlicher Druck aufgebaut werden. Für eine Lösungsfindung sei es wichtig, nicht auf eine bestimmte nationale Identität von Goce Delčev zu bestehen. Wichtiger sei es herauszuarbeiten, warum er für beide Nationen wichtig ist und was sie verbindet.