Der Kulturkampf um Makedonien muss ein definitives Ende finden

Zwischen Bulgarien, Griechenland und der Republik Makedonien hat der Kulturkampf um Makedonien noch immer kein definitives Ende gefunden. Im Kern geht es bei diesem Kampf um die Identität der makedonischen Bevölkerung und die materiellen Bedeutung der Begriffe „Makedonien“, „Makedonier“, „Makedonisch“ und „makedonisch“. Für Bulgarien sind die ethnischen bzw. slawischen Makedonier Teil der bulgarischen Kulturnation und nicht eigenständig. Die Existenz des makedonischen Staates und seine verfassungsmäßige Bezeichnung stellen aus Sicht Bulgariens kein Problem dar. Griechenland hingegen akzeptiert grundsätzlich die Bezeichnungen für den makedonischen Staat sowie die makedonische Ethnie bzw. Nation und Sprache nicht. Der Kulturstreit zwischen Griechenland und der Republik Makedonien wird oft als „Namensstreit“ bezeichnet, obwohl es nur das größte Symptom dieses Streits ist.

Im Mai 2016 wird der sogenannte Namensstreit 25 Jahre bestehen, wenn dieser nicht doch noch zuvor gelöst werden sollte. Die im Artikel „Die makedonische Antwort auf die makedonische Frage“ skizzierte Entwicklung stellt allerdings eine Realität dar, an der weder die Republik Makedonien noch Bulgarien und Griechenland vorbeikommen. Damit stellt diese Antwort einen entscheidenden und wichtigen Parameter für eine Lösungsfindung dar. Diese Lösungsfindung sollte endlich nachhaltig in Angriff genommen werden.

 

Die makedonische Realität

Die Entwicklung in der Region Makedonien, welche im Wesentlichen auf die Staaten Bulgarien, Griechenland und Makedonien (Republik Makedonien) verteilt ist, hat in Abhängigkeit von der völkerrechtlichen Zugehörigkeit von Teilen dieser Region zu bestimmten Ergebnissen geführt.

Makedonische Dialekte (Übersicht), Quelle: Wikimedia.org

Makedonische Dialekte (Übersicht), Quelle: Wikimedia.org

Im bulgarischen Teil von Makedonien war die Bevölkerung einer Politik der Assimilierung durch den bulgarischen Staat ausgesetzt. Zwischen Bulgaren und ethnischen bzw. slawischen Makedoniern besteht im Vergleich zu den anderen südslawischen Ethnien die größte Verwandtschaft. Die dortige Assimilierung der makedonischen Bevölkerung war aus diesem Grunde und aufgrund der politischen Rahmenbedingungen größtenteils erfolgreich. Nur noch einige Tausend bekennen sich im bulgarischen Teil von Makedonien zur makedonischen Ethnie.

Der griechische Teil von Makedonien wurde bis zum großen Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei überwiegend von Griechen (Bevölkerungsanteil: 42,6 %) und Muslimen (39,4 %) bewohnt. Die Bulgaren, zu denen damals auch die ethnischen bzw. slawischen Makedonier gezählt wurden, hatten nur einen Anteil von 9,9 %. Alle anderen Ethnien waren insgesamt mit einem Anteil von 8,1 % vertreten. Diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1912 und wurden im Jahre 1926 vom Komitee des Völkerbundes für die Ansiedlung die griechischen Flüchtlinge veröffentlicht. Nach der Eingliederung des griechischen Teils von Makedonien in den griechischen Staat kam es aufgrund von Abwanderungen, Vertreibungen und dem großen Bevölkerungstausch zwischen Griechenland und der Türkei zu wesentlichen Änderungen in der ethnischen Zusammensetzung. Laut einer Volkszählung aus dem Jahre 1928 lebten in der griechischen Region Makedonien nun 1.227.000 Griechen (88,1%), 82.000 „Slawophone“ (5,8 %) und 93.000 (6,7 %) Einwohner anderen Ursprungs. Unter der Bezeichnung Slawophone werden in Griechenland bis heute alle Einwohner zusammengefasst, die eine slawische Sprache oder einen slawischen Dialekt sprechen. Darunter fallen vor allem Bulgaren und ethnischen bzw. slawische Makedonier. Heute leben in der griechischen Region nach unabhängigen Schätzungen etwa 40.000 bis 45.000 ethnische bzw. slawische Makedonier.

Im serbischen bzw. jugoslawischen Teil von Makedonien war die Politik der Assimilierung gegenüber der makedonischen Bevölkerung durch die Serben nicht erfolgreich. Auch die Bulgaren, die den serbischen bzw. jugoslawischen Teil von Makedonien während der beiden Weltkriege zeitweise (1915 – 1918 und 1941 – 1944) besetzten, konnten die makedonische Bevölkerung nicht für sich gewinnen. Die dortige makedonische Bevölkerung fühlte sich größtenteils weder bulgarisch noch serbisch. Im Rahmen des kommunistisch-jugoslawischen Volksbefreiungskampfes (1941 – 1944) unter Führung von Josip Broz Tito wurden die Makedonier im Jahre 1943 als eigenständige südslawische Ethnie bzw. Nation anerkannt und bekamen im Rahmen einer jugoslawischen Föderation ein eigenes Staatswesen zuerkannt. Der makedonische Staat wurde auf dem Territorium des serbischen bzw. jugoslawischen Teils von Makedonien im Jahre 1944 gegründet. Die Anerkennung einer eigenständigen makedonischen Ethnie und die Schaffung eines makedonischen Staatswesens erwiesen sich als nachhaltig. Im Jahre 1991 wurde der makedonische Staat als „Republik Makedonien“ unabhängig von der sich damals in Auflösung befindlichen jugoslawischen Föderation und trat der Völkergemeinschaft bei. Die makedonische Ethnie bzw. Kulturnation stellt nach einer Volkszählung aus dem Jahre 2002 mit einem Bevölkerungsanteil von 64,2 % die Mehrheitsbevölkerung in der Republik Makedonien dar, gefolgt von den Albanern mit einem Bevölkerungsanteil von 25,2 %.

Die Gesamtregion Makedonien stellt somit keine ethnische oder kulturelle Einheit dar. In jedem Teil von Makedonien hat es in Abhängigkeit von deren völkerrechtlichen Zugehörigkeit eine separate Entwicklung gegeben, die zu den oben genannten Entwicklungen geführt hat. Diese Entwicklungen dürften nachhaltig und unumkehrbar sein. Von diesen Realitäten müssen Bulgarien, Griechenland und die Republik Makedonien ausgehen, wenn sie den Kulturkampf um Makedonien endgültig und nachhaltig beenden wollen.

Die Region Makedonien wurde zwischen Serbien, Griechenland und Bulgarien geteilt. (Quelle: Wikimedia.org)

Die Region Makedonien wurde zwischen Serbien, Griechenland und Bulgarien geteilt. (Quelle: Wikimedia.org)

 

Schlussfolgerungen aus den makedonischen Realitäten

Bulgarien, Griechenland und die Republik Makedonien sind heute die Erben und Verwalter einer historischen Region namens Makedonien, die eine vielseitige, mehrdimensionale und umfangreiche Geschichte hat. Diese Geschichte muss objektiv und darf nicht nach den jeweiligen nationalen Ideologien interpretiert werden. Ihren Ursprung hat die makedonische Geschichte gewiss im antiken Makedonien. Doch zwischen dem antiken und heutigen Makedonien hat es eine gewaltige Entwicklung gegeben, die objektiv aufgearbeitet werden muss. Sie hat im Ergebnis zur heutigen Entwicklung geführt.

Trotz verschiedener Ethnien und Kulturen ist die auf drei Staaten verteilte historische Region Makedonien auch ein Kulturraum mit besonderem Charakter und einer langen Geschichte. Diese Geschichte ist nicht bloß die Geschichte einer bestimmten Nation, sondern sie gehört zum historischen Erbe aller Nationen, die mit Makedonien in Verbindung stehen. Diese Geschichte ist objektiv zu interpretieren, in dem die zugehörigen Fakten streng wissenschaftlich evaluiert und bewertet werden. Hierzu sollten sich Bulgarien, Griechenland und die Republik Makedonien auf ein gemeinsames Gremium mit entsprechender Aufgabe und fachlicher Zusammensetzung verständigen. Diesem Gremium sollten neben fachlich geeigneten Vertretern aus den drei beteiligten Staaten auch internationale Wissenschaftler der entsprechenden Fachrichtungen angehören. Dies ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Beendigung des Kulturkampfes um Makedonien. Alternativ könnte auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) die Einrichtung eines entsprechenden Gremiums beschließen, nach dem zuvor die bisherigen Resolutionen zum sogenannten Namensstreit auf ihre Angemessenheit und Zweckmäßigkeit hin überprüft worden sind. Die bisherigen Gespräche zwischen Griechenland und der Republik Makedonien im Rahmen der Vereinten Nationen (UN) beschränken sich im Wesentlichen nur auf das Hauptsymptom des Kulturkampfes, nämlich den Streit um den Staatsnamen der Republik Makedonien sowie die damit assoziierten Bezeichnungen für die makedonische Nation, Sprache und Staatsbürgerschaft. Dies dürfte jedoch nicht zielführend sein, weil es das eigentliche Problem nicht löst: Die national ideologisierten Interpretationen der makedonischen Geschichte, jeweils unterschiedlich interpretiert von Bulgarien, Griechenland und der Republik Makedonien. Genau hier liegt das Problem und nur an dieser Stelle kann eine Lösungsfindung herbeigeführt werden.

Aus der historischen Entwicklung der Region Makedonien von der Antike bis zum heutigen Zeitpunkt kann kein einzelner Staat ein Exklusivrecht an Makedonien und seiner Geschichte beanspruchen. Allenfalls bestimmte Epochen der makedonischen Geschichte können schwerpunktmäßig der Geschichte und Kultur einer bestimmten Nation zugerechnet werden. Wie dies dann konkret auszusehen hat, sollte dem oben genannten Gremium überlassen bleiben. Es dürfte klar sein, dass eine bestimmte Epoche der makedonischen Geschichte, etwa die Epoche des antiken Makedonien, nicht die Art des heutigen Makedonien präjudiziert. Jede Epoche hatte sicher ihren Einfluss, doch repräsentiert keine Epoche für sich alleine die historische und kulturelle Entwicklung der Region Makedonien. Dies muss allen Beteiligten klar sein, ansonsten würde der Kulturkampf um Makedonien kein Ende finden.

Konkrete Maßnahmen zur Beendigung des Kulturstreites um Makedonien

Der erste wichtige Schritt zur Beendigung des Kulturstreites um Makedonien wäre es objektive Schlussforderungen aus den gegebenen Realitäten zu ziehen, so in etwa wie im vorherigen Abschnitt dargestellt. Demnach stellen die Existenz einer makedonischen Kulturnation und eines makedonischen Staatswesens mit klar definierten völkerrechtlichen Grenzen eine Realität dar, welche nicht mehr ignoriert werden kann. Aus heutiger Sicht lässt sich die Entwicklung, die zu dieser Realität geführt hat, nicht mehr umkehren. Die Existenz der makedonischen Nation und ihres Staatswesens ist eng mit ihrem Namen verbunden. Bei der Namensgebung handelt es sich um eine völkerrechtlich zulässige Territorialableitung, denn das Siedlungsgebiet der makedonischen Nation und das Territorium ihres Staatswesens liegt vollständig in der Region Makedonien, wie sie spätestens seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts definiert wird. Demnach sollte Bulgarien die Existenz einer von der bulgarischen unabhängigen makedonischen Kulturnation mit eigener Sprache akzeptieren. Griechenland sollte akzeptieren, dass diese Kulturnation und ihre Sprache „makedonisch“ sind. Die Republik Makedonien sollte akzeptieren, dass sie die Begriffe „Makedonien“, „Makedonier“, „Makedonisch“ und „makedonisch“ nicht exklusiv hat. Diese Bezeichnungen haben zu unterschiedlichen Zeiten auch eine unterschiedliche Bedeutung gehabt. Heute werden diese Begriffe auch von der griechischen Bevölkerung in der griechischen Region Makedonien verwendet und genauso zu Recht. Dies sollte von der Republik Makedonien ihrerseits anerkannt werden. Zwar kann die Republik Makedonien keine exklusiven Rechte an den Begriffen geltend machen, doch kann sie auch nicht auf die verfassungsmäßigen Bezeichnungen für ihr Staatswesen sowie für ihre Nation und Sprache verzichten. Anderenfalls würde auch die Republik Makedonien die gegebenen Realitäten nicht mehr anerkennen, was den Kulturstreit im Ergebnis sogar noch verschärfen würde. Ebenso sollte von der Republik Makedonien die kulturelle Entwicklung im bulgarischen Teil von Makedonien anerkannt werden. Bestehende völkerrechtliche Grenzen sind von allen am Kulturstreit beteiligten Staaten anzuerkennen. Die Region Makedonien bildet weder eine ethnische noch eine politische Einheit. In jedem Teil der Region Makedonien sind die jeweiligen Kulturnationen der an ihr beteiligten Staaten in der Mehrheit. Sowohl im bulgarischen als auch im griechischen Teil von Makedonien leben Angehörige der makedonischen Kulturnation nur als Minderheit. In der Republik Makedonien dürfte es ebenso auch eine bulgarische und eine griechische Minderheit geben sowie es in Bulgarien auch eine griechische und in Griechenland auch eine bulgarische Minderheit geben dürfte. Die jeweiligen ethnischen Minderheiten sollten von allen an der Region Makedonien beteiligten Staaten gegenseitig anerkannt werden.

Der nächste wichtige Schritt wäre die Einrichtung des weiter oben beschriebenen Gremiums, welches die makedonische Geschichte und Kultur, gegliedert in sinnvolle Epochen, nach den gegebenen Fakten objektiv evaluiert und interpretiert. Ideologisch und politisch beeinflusste Interpretationen sind hierbei ausgeschlossen. Dieses Gremium setzt allerdings von allen beteiligten Parteien eine entsprechende Bereitschaft voraus. Zunächst könnten auch bilateral besetzte Gremien zwischen zwei der beteiligten Staaten, etwa Griechenland und der Republik Makedonien, vereinbart werden. Das Ziel ist der Weg: Eine objektive Evaluierung und Interpretation der makedonischen Geschichte. Ein entsprechendes Gremium ist hierzu ein geeigneter Weg.

Die Frage nach der Reihenfolge der Maßnahmen kann unterschiedlich beantwortet werden. Darauf kommt es im Ergebnis nicht an. Ein entsprechendes Gremium kann auch vor der Anerkennung der gegebenen Realitäten eingerichtet werden. Doch dürfte die Wahrscheinlichkeit für die Einrichtung eines solchen Gremiums wohl größer sein, wenn die gegeben Realitäten von allen Beteiligten anerkannt oder zumindest zum Teil anerkannt werden.

Nach dem Ende des Kulturstreites um Makedonien

Wenn die gegebenen Realitäten bezüglich der Region Makedonien von allen Beteiligten anerkannt worden sind und das Gremium ein Ergebnis erarbeitet hat, bedarf es einer politischen Umsetzung. Zunächst sollten allen beteiligten Parteien die gegebenen Realitäten und das Ergebnis der Arbeit des Gremiums durch einen trilateralen völkerrechtlichen Vertrag bzw. durch bilaterale völkerrechtliche Verträge verbindlich anerkennen. Mit dieser Anerkennung verpflichten sich alle beteiligten Parteien zu einer entsprechenden Bildungs- und Informationspolitik. Nicht mehr die jeweils national ideologisierten Interpretationen der makedonischen Geschichte und Kultur werden mehr vermittelt sondern nur noch die auf Fakten beruhende objektive Interpretation der makedonischen Geschichte und Kultur, wie sie im Rahmen des Gremiums erarbeitet wurde. Damit würden sich Bulgarien, Griechenland und die Republik Makedonien zu einer aufeinander abgestimmten und vor allem übereinstimmenden Darstellung der makedonischen Geschichte und Kultur verpflichten. In Verbindung mit der Anerkennung der gegebenen Realitäten bezüglich der Region Makedonien wäre damit der Kulturstreit um Makedonien beendet. Damit verschwände auch eines der größten Symptome dieses Kulturstreits, der sogenannte Namensstreit zwischen Griechenland und der Republik Makedonien. Bei einer trilateral bzw. bilateral abgestimmten und übereinstimmenden Bildungs- und Kulturpolitik gebe es auch keinen so breiten Raum mehr für nationalistische Auffassungen, die geeignet wären den Frieden und die Stabilität in der Region Makedonien zu gefährden. Damit würden auch die entsprechenden Resolutionen (817 und 845) des UN-Sicherheitsrates aus dem Jahr 1993 erfüllt, welche von einer solchen Gefahr noch ausgehen. Allerdings dürften Sinn und Zweck dieser Resolutionen bereits schon jetzt durch die tatsächliche Entwicklung überholt sein. Nicht der Name der Republik Makedonien, sondern die Fortdauer des Kulturstreits um Makedonien dürfte eher geeignet sein den Frieden und die Stabilität in der betroffenen Region zu gefährden. Der skizzierte Lösungsweg dürfte ein geeigneter Weg sein, den Kulturstreit um Makedonien zu überwinden sowie den Frieden und die Stabilität in der betroffenen Region nachhaltig zu sichern. Auf diesen Weg sollten sich Bulgarien, Griechenland und die Republik Makedonien daher verständigen.

 

Fazit

Der Kulturstreit um die Region Makedonien, welche im Wesentlichen auf die Staaten Bulgarien, Griechenland und Makedonien (Republik Makedonien) aufgeteilt ist, hat noch kein definitives Ende gefunden. Die makedonischen Geschichte und Kultur wird von den drei nationalen Parteien jeweils national ideologisiert interpretiert, wobei die jeweiligen Interpretationen nicht übereinstimmen und zu einem  Streit zwischen diesen Parteien führen. Dieser Streit hat auch politische Auswirkungen. Eines der größten Symptome dieses Streits ist der sogenannte Namensstreit zwischen Griechenland und der Republik Makedonien.

Eine Beendigung des Kulturstreits kann nur durch eine auf Fakten beruhende objektive Interpretation der makedonischen Geschichte und Kultur herbeigeführt werden. Dies setzt die aktive Bereitschaft der beteiligten Staaten voraus, die sich aus der historischen Entwicklung der Region Makedonien von der Antike bis zum heutigen Zeitpunkt ergebenen Realitäten anzuerkennen. Des Weiteren müssen sich die beteiligten Parteien auf geeigneten Rahmenbedingungen für eine objektive Evaluierung und Interpretation der makedonischen Geschichte und Kultur einigen. Dies kann durch ein entsprechendes Gremium aus fachlich geeigneten Personen erfolgen. Sowohl fachlich geeignete Vertreter aus den beteiligten Staaten als auch Vertreter der entsprechenden Fachrichtungen aus der internationalen Wissenschaft sollten diesem Gremium angehören.

Die Anerkennung der gegebenen Realitäten bezüglich der Region Makedonien und des Ergebnisses der Arbeit des Gremiums sollten verbindlich im Rahmen eines trilateralen völkerrechtlichen Vertrages  bzw. von bilateralen völkerrechtlichen Verträgen erfolgen. Insbesondere verpflichten sich die beteiligten Staaten zu einer objektiven, aufeinander abgestimmten und übereinstimmenden Darstellung der makedonischen Geschichte und Kultur in ihren Bildungseinrichtungen. Damit dürfte der Kulturstreit erfolgreich beendet werden können und es gäbe keinen breiten Raum für gefährliche nationalistische Auffassungen mehr. Auf diesen Weg sollten sich Bulgarien, Griechenland und die Republik Makedonien nun verständigen, damit der Kulturstreit um Makedonien und damit auch der sogenannte Namensstreit erfolgreich und nachhaltig überwunden werden können.

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