Vor 80 Jahren: Griechenland sagt Nein!

Am 01. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg in Europa. In den Jahren 1939 und 1940 war die deutsche Wehrmacht des unter der Herrschaft der Nationalsozialisten stehenden Deutschen Reiches sehr siegreich und besetzte große Teile Europas. An diesen Erfolgen will der faschistische Machthaber Italiens, Benito Mussolini, partizipieren und suchte sich Griechenland dafür aus. Zuvor hatte Italien bereits den nördlichen Nachbarn Albanien im April 1939 besetzt.

Griechenland wurde zu dieser Zeit durch Ministerpräsident Ioannis Metaxas sehr autoritär mit diktatorischen Zügen regiert. Ebenso wie das Königreich Jugoslawien versuchte sich Griechenland aus dem Krieg herauszuhalten. Trotz Provokationen von italienischer Seite ließ sich Griechenland nicht in den Krieg hineinziehen. So torpedierten italienische Schiffe am 15. August 1940 ein in der Ägäis liegendes Schiff der griechischen Marine. Neun Besatzungsmitglieder starben dabei und 24 wurden verletzt.

Doch Benito Mussolini erhöhte den Druck auf Griechenland. Am 28. Oktober 1940, einem Montag,   um drei Uhr morgens, überbrachte der italienische Botschafter Emanuele Grazzi dem griechischen Ministerpräsidenten ein Ultimatum: Die Achsenmächte wollen Militärstützpunkte auf griechischem Boden errichten. Eine Verweigerung werde mit Krieg beantwortet. Für eine Antwort habe Griechenland drei Stunden Zeit.

Der griechischen Ministerpräsident Ioannis Metaxas antwortete jedoch unverzüglich „Nun, dann ist Krieg“. Der italienische Botschafter erwiderte diplomatisch „Nicht notwendiger Weise, Exzellenz“. Doch Metaxas entgegnete: „Nein, es ist notwendig.“ Zweieinhalb Stunden später marschierten italienischen Truppen in Griechenland ein. Sie wurden jedoch von der zahlenmäßig unterlegenden Armee Griechenlands zurückgeschlagen.

Erst ab April 1941 eroberten die Deutschen im Rahmen ihres Balkanfeldzuges zunächst Jugoslawien und dann Griechenland. Das griechische Militär kapituliert im Juni 1940, Griechenland wurde unter den Achsenmächten aufgeteilt. Der größte Teil der Landmasse stand unter italienischer Verwaltung, wobei allerdings die meisten Kriegsverbrechen in Griechenland von den Deutschen verübt wurden. Erst im April 1944 kam es zur Befreiung Griechenlands von den Achsenmächten.

Das Ergebnis des Dialoges zwischen dem griechischen Ministerpräsidenten Metaxas und dem italienischen Botschafter Grazzi ist ein Nein Griechenlands zum Ultimatum von Italien. Auf dieses Nein wurde der Dialog dann in den Erinnerungen Griechenlands verkürzt. Doch gingen dieses „Nein“, griechisch „όχι“ („ochi“), und die Weigerung, sich Italien zu unterwerfen, in die Geschichte ein. Der 28. Oktober ist seitdem der Ochi-Tag und ein Nationalfeiertag in Griechenland. Zweifellos war es ein mutiger und richtiger Schritt von Griechenland „Nein“ zu sagen und sich nicht zu unterwerfen.