Ein „Nordmazedonier“ in Wien?

Es ist schon eigenartig, welches Niveau die Presse in Deutschland erreicht hat. Differenzierte Betrachtungen weichen populistischen aufmerksamkeitsgierigen Aussagen. Hat der von der Gesellschaft geliebte abwechslungsbringende Populismus die Oberhand in der Medienlandschaft in Deutschland gewonnen?

Vor einigen Wochen lese ich die Schlagzeilen, dass ein islamistischer Terrorist, der aus Nordmazedonien stammt, Menschen in Wien getötet hat.

Die Online-Ausgabe des Spiegels hat differenziert berichtet:

„Der Terrorist gehörte der albanisch-stämmigen Minderheit in Nord-Mazedonien an.“

Andere Medien wie Focus, Welt, Zeit und Co berichten lediglich: Der islamistische Terrorist sei Nordmazedonier gewesen.

Die Online-Ausgabe des Spiegels war mit seiner Aussage am nächsten.

  1. Das Land wird Nord-Mazedonien geschrieben.
  2. In dem Land leben keine Nordmazedonier, sondern Mazedonier. Es gibt Minderheiten anderer Ethnien wie Albaner, Türken, Serben oder Roma.
  3. Der Terrorist kann somit kein Nordmazedonier gewesen sein – da es diese nicht gibt.

In Zeiten von Trump spielt Warheit und Fakten selbst bei einzelnen Medien keine große Rolle mehr.

Fake News is real news and fake as well.