Der türkische Staatspräsident besucht Nord-Zypern und fordert Zweistaatenlösung

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat am 15. November 2020, dem Tag der Ausrufung der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, das türkisch besetzte Nordzypern besucht. Dabei forderte Erdoğan ebenso wie der neugewählte nordzyprische Präsident Ersin Tatar eine Zweistaatenlösung auf Zypern, also zwei unabhängige Staaten auf Zypern. Dies sei eine Realität und sollte Anerkannt werden. Der Nordteil der Republik Zypern, deren Territorium völkerrechtlich die gesamte Insel Zypern umfasst, gilt völkerrechtlich als türkisch besetztes Gebiet.

Die internationale Gemeinschaft und die Republik Zypern streben eine Überwindung der Teilung im Rahmen eines binationalen Bundesstaates an, welcher aus einem griechischen und einem türkische Teilstaat bestehen soll. Somit stellt die Aussage des türkischen Staatspräsidenten einen schweren Rückschlag für die Lösungsbemühungen im Zypern-Konflikt da.

Eine weitere Provokation war der Besuch von Erdoğan im Stadtteils Varosha der Hafenstadt Famagusta, welche im militärischen Sperrgebiet liegt. Diese Stadt war ein bedeutendes Touristenzentrum mit Hotels und Stränden, welches vor der Teilung Zyperns im Jahre 1974 von griechischen Zyprern bewohnt wurde. Diese mussten aufgrund der türkischen Invasion im Jahre 1974 flüchten und beanspruchen weiterhin diesen Teil von Zypern für sich.