Jugoslawien 12.03.1991: Jugoslawische Volksarmee fordert vom Präsidium die Verhängung des Ausnahmezustands

Ab dem 12.03.1991 kommt es zu einem Versuch die „Jugoslawische Volksarmee“ („JNA“) in die Auseinandersetzungen um die Zukunft der „Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien“ („SFRJ“) mit einzubeziehen. Der Vorsitzende des Präsidiums der SFRJ, Borisav Jović, beruft das Präsidium in der Kommandostelle der JNA ein. Anwesend sind unter anderen Verteidigungsminister Veljko Kadijević und andere hohe Funktionäre der JNA. Des Weiteren sind Kameras aufgebaut, welche die Sitzung filmen. Offensichtlich sollen die Mitglieder des Präsidiums eingeschüchtert werden.

Verteidigungsminister Kadijević spricht davon, dass die territoriale Integrität der SFRJ bedroht sei und daher der Ausnahmezustand auf dem gesamten Territorium der SFRJ ausgerufen werden müsse. Des Weiteren sollen weitere Maßnahmen beschlossen werden, um die bisherige verfassungsmäßige Ordnung zu erhalten, bis eine Übereinkunft über eine neue Verfassung erzielt worden sei.

Im Ergebnis sind besonders die politischen Entwicklungen in Kroatien und Slowenien davon betroffen und es könnte zum Konflikt gekommen. Auf mehreren Sitzungen bis zum 15.03.1991 findet der Antrag jedoch keine Mehrheit im Präsidium. Besonders Bosnien und Herzegowina, Kroatien, das Kosovo, Makedonien und Slowenien sind nicht bereit, den von Serbien, der Vojvodina und Montenegro befürworteten Antrag zu unterstützen.