„Makedonien“ statt „Nord-Makedonien“ – Griechenland reagiert empfindlich

Insgesamt haben sich die bilateralen Beziehungen zwischen Griechenland und der Republik Nord-Makedonien seit der Beendigung des Kultur- und Namensstreits durch das Prespa-Abkommen positiv entwickelt. Seit dem 12.02.2019 heißt die Republik Makedonien im völker- und staatsrechtlichen Verkehr Republik Nord-Makedonien. Der Name „Republik Makedonien“ darf offiziell nicht mehr verwendet werden.

In der griechischen Tageszeitung „Kathimerini“ wurde der Ministerpräsident der Republik Nord-Makedonien, Zoran Zaev, mit den Worten zitiert, das nationale Fußballteam bestehe aus „makedonischen Spielern, albanischen Spielern, Bosniaken usw. Sie sind Makedonier und vertreten die Republik Nord-Makedonien“. Diese Ausdrucksweise ist in Übereinstimmung mit dem Prespa-Abkommen vom 17.06.2018. Allerdings verwendete er bei einer ähnliche Aussage auf Twitter statt des Namens „Nord-Makedonien“ die Bezeichnung „Makedonien“, was ein Verstoß gegen das Prespa-Abkommen darstellt.

Griechenland reagierte empfindlich auf den nicht beabsichtigten Versprecher von Zoran Zaev. Eine für Juli 2021 geplante Ratifizierung von drei mit Nord-Makedonien unterzeichneten Memoranden zur Zusammenarbeit durch das griechische Parlament wurde von der Regierung der Griechischen Republik auf September 2021 vertagt. Die griechische Regierung forderte den Ministerpräsidenten der Republik Nord-Makedonien, Zoran Zaev, zur vollständigen Umsetzung des Prespa-Abkommens und seines Geistes auf sowie von spaltender Rhetorik Abstand zu nehmen.

Zu der griechischen Haltung äußerte sich Zoran Zaev wie folgt: „Ich sende stets freundliche Botschaften. Ich habe den Prespa-Vertrag mit meinem Freund Alexis Tsipras geschlossen und ich bin der Erste, der ihn einhält. Manchmal passiert es aber, dass ich Fehler mache. Ich bin 46 Jahre alt; für mich war es jahrelang normal, diese Bezeichnung „Makedonien“ zu benutzen. Deswegen wiederhole ich es auch jetzt noch manchmal.“

Der Staat hieß von 1944 bis 2019 „Makedonien“ ohne die Vorsilbe „Nord“. Es ist nachvollziehbar, dass derartige Fehler passieren können. Eine Verbalnote Griechenlands ohne Sanktionen hätte vollkommen ausgereicht. Die aktuelle Regierung der Republik Nord-Makedonien steht zweifellos hinter dem Prespa-Abkommen und ist an freundschaftliche Beziehungen zu Griechenland aufrichtig interessiert. Daher sollten Meinungsverschiedenheiten auch wie unter Freunden geklärt werden.