Drei Millionen Jahre alter Ohrid-See

Der Ohrid-See ist mehr als drei Millionen Jahre alt und mit seinen drei tektonische Kräfte nach wie vor aktiv.

Laut einer vorläufigen Studie des Ohrid-Hydro-biologischen Institut und des Deutschen Institut für Geologie und Mineralogie, mit Sitz in Köln, ist der Ohrid-See über Drei Millionen Jahre alt.

Während der ersten Studie wurden Proben, sogenannte Sedimentationen, aus allen Tiefen des Sees entnommen. Weitere Analysen sollten eine Antwort auf das außergewöhnlich hohe Maß an Endemiten im Ohrid-See geben. Wissenschaftlern zufolge ist die große Anzahl an Endemiten im Ohrid-See eng mit dem Alter des Sees verbunden.

Laut Berndt Wagner ,Mitarbeiter des Kölner Instituts, werden weitere Studien über die Sedimentationen erwartet, um die gesamte Geschichte des Ohrid-See zu rekonstruieren. Daher wird die Forschung auch bis in die nächsten zehn Jahren andauern, fügte er hinzu.

Die Vier Millionen Euro teure Foruschung wird im Jahr 2009 fortgesetzt. Der Kölner Institut stellt mehr als 60% der Mittel zur Verfügung. Die makedonische Regierung wird einen Betrag in Höhe von 100.000 Euro bereitstellen.

Vom 17.09. – 00.10.2007 führte das Institut für Geologie und Mineralogie der Universität Köln eine Expedition am Ohrid-See in Mazedonien durch. Sie bestand aus einem vierköpfigen Geologen-Team von Universität Köln unter Leitung von Dr. Bernd Wagner sowie den Bremer Geophysikern Dr. Sebastian Krastel und Dr. Tilmann Schwenk.

Ziel dieser Forschungsreise war es Daten zu sammeln, die es den Wissenschaftlern erlauben, Aussagen über die Qualität des See als Quelle für die Klimaforschung zu machen und Hinweise für die Rekonstruktion der Entstehung der ca. 200 endemischen Tierarten im See zu finden.

Der Ohrid-See gilt als ältester See Europas und birgt daher großes Potenzial bei der Rekonstruktion des kontinentalen Klimas. Das Alter des Sees wird mit 1,5 bis 3 Mio. Jahren angegeben. Im vergleich zu den Meeren sind die jährlichen Ablagerungsmengen in Seen wesentlich größer und ermöglichen daher eine höhere Auflösung der Untersuchungsergebnisse.

Wichtig war daher eine Projekt zur tiefen-seismische Untersuchung des See-Bodens, um die Menge der Sedimentation zu bestimmen. Bei einer ersten Sichtung der Daten zeigte sich, dass die Hoffnung der Wissenschaftler nicht unbegründet war. Im Becken des Sees liegen über 500 Meter Sedimente. Eine exakte Analyse der Daten an der Universität Bremen wird hier weiter Klärung bringen.

Zur Klima-Rekonstruktion der letzten 50.000 Jahre wurden mit Hilfe einer kleinen Bohrinsel Kerne aus einer Wassertiefe von bis zu 145 Metern gezogen, dabei gelang es den Wissenschaftlern mit reiner Muskelkraft bis zu 14 Meter in das Sediment vorzudringen. Diese werden zur Zeit in den Laboren des Instituts untersucht werden.

Für die Entstehung von Tierarten gibt es drei mögliche Modelle, die im Zusammenhang mit dem Ohrid-See diskutiert werden. Ursache könnten Klimaveränderungen, Asche-Einträge durch vulkanische Aktivitäten oder tektonische Ereignisse im See gewesen sein. Insbesondere für Letztere lieferte die seismische Untersuchung wertvolles Datenmaterial, da erhebliche Störungen im Sediment gefunden wurden.

Aufgrund des großen Erfolgs der Expedition bereitet das Institut für Geologie und Mineralogie der Universität Köln nun eine Tiefbohrung im Ohrid-See vor. Diese wird zur Zeit im Rahmen eines IPDC-Projekts beantragt und würde dann bis zu 300 Meter Tief in das Sediment reichen, was einer Zeitspanne von über einer Million Jahren entsprechen könnte.

Erklärungen

Sedimentation (Absetzen, zu lat. sedimentum „Bodensatz“) ist das Ablagern/Absetzen von Teilchen aus Flüssigkeiten oder Gasen unter dem Einfluss der Schwerkraft und anderen Kräften, wie zum Beispiel der Fliehkraft in einer Zentrifuge. Bildet sich zuunterst eine Schicht von Schwebstoffen, so nennt man diesen Bodensatz, Sediment oder (um Verwechslungen mit Sedimentgestein auszuschließen) Lockersediment (Lockergestein).

Endemiten

In der Biologie verwendet man die Bezeichnung Endemiten für Pflanzen und Tiere, die nur in einer bestimmten, klar räumlich abgegrenzten Umgebung vorkommen. Diese sind in diesem Gebiet endemisch. Dabei kann es sich um Arten, Gattungen oder Familien von Lebewesen handeln, die ausschließlich auf bestimmten Inseln oder Inselgruppen, Gebirgen, in einzelnen Tälern oder Gewässersystemen heimisch sind. Beispiel: Die Darwinfinken sind auf den Galápagos-Inseln endemisch, da sie weltweit nirgendwo sonst vorkommen.

Linksammlung

http://www.ohrid.de/

http://www.macedonialovesyou.com/

http://de.wikipedia.org/wiki/Ohridsee

Quelle Makfax

Quelle Forschung