Makedonischer Staatspräsident Gjorge Ivanov lobt neue griechische Regierung wegen ihrer moderateren Haltung bezüglich der Republik Makedonien

Unter dem vorherigen griechischen Ministerpräsidenten Andonis Samaras, welcher ein Hardliner in der Namensfrage der Republik Makedonien ist, war das bilaterale Verhältnis zwischen Griechenland und der Republik Makedonien auf einem Tiefpunkt angelangt. Es gab keine ernsthaften bilateralen Gespräche zur Überwindung der Differenzen in der Namensfrage der Republik Makedonien und der damit assoziierten Streitpunkte.

Die bisherige Regierungskoalition aus Nea Dimokratia (ND) und PASOK wurde nach den Parlamentswahlen in Griechenland vom 25.01.2015 durch eine vom Bündnis der Radikalen Linken SYRIZA geführten Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras abgelöst. Das Linksbündnis SYRIZA hat eine moderatere Haltung in der makedonischen Namensfrage, auch wenn es selbst an den offizielle griechischen roten Linien, der Name „Makedonien“ nur in Verbindung mit einer geographischen Spezifizierung für den allgemeinen Gebrauch („erga omnes“), festhält. Allerdings dürften die Chancen für eine mögliche Überwindung dieser roten Linien unter einer von dem Linksbündnis SYRIZA geführten Regierung zumindest größer sein. So sagte der neue griechische Außenminister Nikos Kodzias, nicht der Name der Republik Makedonien sei das Problem, sondern die irredentistische Haltung dahinter. Ziele des SYRIZA sind eine Überwindung des Namensstreits und gute bilaterale Beziehungen zur Republik Makedonien. Aus diesen Gründen dürfte Griechenland auch dazu bereit gewesen sein, zunächst vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen, um damit ein positiveres Klima in den bilateralen griechisch-makedonischen Beziehungen herbeizuführen. Dies wäre unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Andonis Samaras noch undenkbar gewesen.

Diese Politik lobte der Präsident der Republik Makedonien Gjorge Ivanov nun und sprach von einem neuen Kapitel in den bilateralen Beziehungen zwischen Griechenland und der Republik Makedonien. Dieses Lob vom makedonischen Staatspräsidenten wurde auch in den griechischen Medien thematisiert. Noch immer ist die Namensfrage der Republik Makedonien eine sehr emotionale Frage für das griechische Volk und für viele griechische Politiker. Darauf wird auch das Linksbündnis SYRIZA Rücksicht nehmen und sehr besonnen vorgehen müssen. Vertrauensbildende  Maßnahmen sind jedoch ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Darauf muss dann aufgebaut werden. Letztendlich ist die Namensfrage der Republik Makedonien nur das größte Symptom eines griechischen Kulturkampfes um Makedonien, der sich sowohl gegen die Republik Makedonien als auch gegen die Linken in Griechenland wegen ihrer Haltung in der makedonischen Frage richtet. Die Chancen diesen Kulturkampf nun Schritt für Schritt zu überwinden dürften jedoch unter einer vom Linksbündnis SYRIZA geführten Regierung gestiegen sein, wenn diese sich auch langfristig etablieren kann.