Mazedonien: Außenminister befürchtet erneutes Veto aus Griechenland

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Wir befürchten ein neues griechisches Veto, dieses Mal in der Europäischen Union.“ Für ein Reuters Interview teilte er ebenfalls mit, „dass eine einseitige Änderung der griechischen Position eher in eine negative Richtung gehen würde. Athen festigt ihre Position immer stärker…wir sind besorgt, dass damit der Start für EU-Beitrittsverhandlungen durch eine griechische Blockade nicht stattfinden kann bzw. unnötig verzögert wird. Die instabile

Mazedonischer Außenminister Antonio Milososki

innenpolitische Situation in Griechenland erhöht das Risiko für ein zweites Veto“ so der makedonische Außenminister.

In der aktuellen Situation sieht Milososki geringe Chancen, dass sich eine Lösung in der Namensfrage finden lässt, weil Griechenland bspw. die Umbenennung von Objekten nach antiken Persönlichkeiten in Makedonien als Provokation ansieht.

Die heutigen Aussagen von Milososki sind ein Zeichen dafür, dass sich die Fronten nicht geändert haben, und dass alle bisherigen „Bemühungen“ nicht wirklich ernst gemeint waren. Griechenland hat aktuell innenpolitische Probleme; Makedonien muss sich für den Oktoberbericht der EU-Kommission von seiner besten Seite zeigen. Wie der makedonische Ministerpräsident, erwarten die Mazedonier bald eine Einladung für Beitrittsverhandlungen mit der EU. Makedonien ist bereits seit 2005 EU-Beitrittskandidat.

Welche Auswirkung wird ein zweites Veto für Mazedonien haben? Bevor man sich dieser Frage stellt, sollte man den Fortschrittsbericht aus Brüssel abwarten.

Ebenfalls von Relevanz könnte die Tatsache sein, dass sobald der Vertrag von Lissabon ratifiziert ist, werden Entscheidungen in der EU sehr viel effizienter getroffen werden – mit positiven Effekten für Mazedonien. Denn dann könnte Griechenland nicht mehr so einfach mit einem Veto gegen den Beitritt drohen.

Es bleibt bis Oktober abzuwarten und zu hoffen, dass sich beide Seiten bewegen. Mazedonien hat schon einiges an Kompromissbereitschaft gezeigt. Dies wurde auch damit honoriert, dass Mazedonier ab 2010 kein Visum mehr für Reisen in die EU benötigen. Nun ist Griechenland am Zug ihre Kompromissbereitschaft zu demonstrieren.