Namensstreit in der Sackgasse: Bakoyannis lehnt „Doppelformel“ ab

Die griechische Außenministerin Dora Bakoyannis reagierte heute auf die Aussagen des mazedonischen Ministerpräsidenten Nikola Gruevski aus einem Interview mit dem Magazin FORUM. Darin bekräftigte er die Position Mazedoniens, warum derzeit nur die „Doppelform“ als Lösung im Namensstreit mit Griechenland in Frage kommen kann.

Dora Bakoyannis

Bakoyannis: „Skopje und der Premier Gruevski haben die Botschaften der internationalen Staatengemeinschaft nicht verstanden, die klar besagen, dass es für eine euroatlantische Orientierung unausweichlich ist, eine Lösung in der Namensfrage zu finden, die für beide Seiten eine annehmbare Lösung beinhaltet, sprich ein Name mit einer geographischen Spezifizierung in jeglicher Verwendung“.

Gruevski hatte im Interview mit FORUM erklärt, dass Mazedoniens in der Namensfrage eine Doppelformel anstreben möchte. „In den Verhandlungen beharrt Griechenland darauf, unseren Namen auch in der Verfassung zu streichen und diesen durch Republik Nord-Makedonien zu ersetzen, und das nicht nur für die internationale, sondern auch für die innere Verwendung“ so der makedonische Premier Gruevski.

Gruevski weiter: „Griechenland fordert die Streichung des Namens Republik Makedonien: mit einer Änderung in der Verfassung und in allen persönlichen Dokumenten der Menschen in Mazedonien. Ebenfalls gibt es keine Anzeichen dafür, dass Griechenland die mazedonische Identität, eine mazedonische Nation und Sprache anerkennt wird. Ferner fehlt Griechenland auch der Wille und die Bereitschaft, genau darüber zu sprechen. In einer solchen Situation ist unsere Position logisch und gerechtfertigt: eine Doppelformel als Lösung. Damit bieten wir Griechenland an, in den bilateralen Beziehungen einen noch festzulegenden Namen zu verwenden, der für beide Seiten annehmbar ist, und mit allen anderen Staaten würde der verfassungsmäßige Name weiterhin verwendet werden“.

Nikola Gruevski

Gruevski bestätigt, dass es von einigen Staaten der internationalen Staatengemeinschaft Druck gibt, alles was gefordert und auch angeboten wird, anzunehmen und zu akzeptieren, mit dem Ziel den Namensstreit endgültig zu beenden. Ungeachtet dessen bleibt Mazedonien aber weiterhin Teil der Verhandlungen, die unter dem Dach der Vereinten Nationen geführt werden.

In solch einer Situation scheint eine Lösung eher fern als nah. Welches Land möchte aus seine Identität, seine Sprache, seine Nationalität verzichten, insb. wenn es um Makedonien geht – einem Land mit einer Jahrtausendalten Geschichte. Dass sich in einem Referendum die Mazedonier für eine Änderung ihres Namens aussprechen werden ist eher unwahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund scheinen die Forderungen Griechenland eher erpresserischen statt konstruktiven Charakter zu haben.