Abschied in Berlin: Das Mandat der makedonischen Botschafterin Kornelija Utevska-Gligorovska in Deutschland endete

  • von
Kornelija Utevska-Gligorovska, Ehemalige Makedonische Botschafterin in Berlin

Das Mandat der Botschafterin Kornelija Utevska-Gligorovska in der Bundesrepublik Deutschland endete nach rund vier Jahren zum 30.08.2014. Sie wird zukünftig im Außenministerium der Republik Makedonien im Rang einer ehemaligen Botschafterin eine adäquate Position erhalten und damit dem diplomatischen Dienst der Republik Makedonien weiterhin treu bleiben. Mit ihr verliert die makedonische Botschaft in Berlin eine hervorragende und sehr engagierte Diplomatin. Ihre Nachfolgerin oder ihr Nachfolger wird sich daran messen lassen müssen. Die Bundesrepublik Deutschland ist für die Republik Makedonien gerade im Hinblick auf den sogenannten Namensstreit mit Griechenland sowie einem zukünftigen Beitritt zur Europäischen Union (EU) und NATO ein strategisch wichtiger Partner. Entsprechend hoch sind auch die Anforderungen an eine mögliche Kandidatin bzw. einem möglichen Kandidaten für die Position als Botschafterin bzw. als Botschafter in Berlin. Bisher konnte keine geeignete Kandidatin bzw. kein geeigneter Kandidat gefunden werden, so dass die Botschaft übergangsweise von Dragan Petkovski geleitet wird. Es gibt weiterhin sehr viel für die makedonische Botschaft in Berlin zu tun. Noch zwei Tage vor dem Ende ihres Mandates war Kornelija Utevska-Gligorovska mit logistischen Aufgaben für die makedonische Regierungsdelegation betreut, die an der Konferenz der Westbalkanstaaten teilnahm. Auf dieser Konferenz, zu der die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin eingeladen hatte, ging es um eine klare Beitrittsperspektive für die Staaten des Westbalkans. An ihr nahmen die Staats- und Regierungschefs sowie die Außen- und Wirtschaftsminister von acht Balkanstaaten teil, darunter die der Republik Makedonien. In diesem Jahr betreute die makedonische Botschafterin unter anderem noch einige Delegationsreisen von makedonischen Regierungsmitgliedern in die Bundesrepublik Deutschland. So auch eine Reise des makedonischen Ministerpräsidenten Nikola Gruevski, der Gespräche mit deutschen Unternehmen führte und die Investigationsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen in der Republik Makedonien vorstellte. Die Begrenzung der Mandatszeit von Botschafterinnen und Botschaftern ist allgemein üblich. Die bisherige Botschafterin Kornelija Utevska-Gligorovska sieht ihren Abschied in Berlin mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Im diplomatischen Dienst der Republik Makedonien werden allerdings weiterhin große Herausforderungen auf sie warten. Sie wird als erfolgreiche und engagierte Diplomatin weiterhin sehr wertvolle Dienste für die Republik Makedonien leisten. Mittlerweile ist Kornelija Utevska-Gligorovska mit ihrer Familie in die makedonische Hauptstadt Skopje gezogen. Für uns von Pelagon war und ist Kornelija Utevska-Gligorovska eine sehr hilfsbereite und wertvolle Ansprechpartnerin. Sie hat uns damit bei unserer Arbeit sehr unterstützt und weitergeholfen. Dafür möchten wir ihr ein großes Dankeschön aussprechen und wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute!

Der persönliche Weg unserer bisherigen Botschafterin 

Geboren wurde Kornelija Utevska in Skopje als Kind einer deutschen Mutter und eines makedonischen Vaters. Kennengelernt hatten sich die Eltern während des Studiums an der MLU Halle / Wittenberg.  Die Mutter, Barbara Utevska, kommt selbst auch aus Halle in Sachsen-Anhalt / Deutschland und studierte an der dortigen Universität Germanistik und Slawistik. Der Vater, Simeon Utevski, kommt aus einem Dorf in der Nähe von Veles in Makedonien und studierte als Austauschstudent in Halle Germanistik und Makedonistik. Heute leben die Eltern in Skopje und arbeiten als Übersetzer. Kornelija wuchs zweisprachig auf, besuchte in Skopje zunächst den Kindergarten und daran anschließend die Grundschule. Schon früh fiel ihr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit auf. Wahrscheinlich wollte Kornelija deshalb auch Direktorin werden. Damals sagte sie allerdings nur, dass sie einen Beruf mit dem Buchstaben „D“ haben werde und lies die Menschen in ihrem Umfeld raten. Niemand kam auf ihren Berufswunsch. Sie ergriff tatsächlich später einen Beruf mit dem Anfangsbuchstaben „D“ und wurde eine erfolgreiche Diplomatin. Doch zunächst standen erst einmal Singen und Ballett auf ihrem Stundenplan, eine kurze Zeit auch Reitsport. Regelmäßig fuhr Kornelija auch zu ihrer deutschen Oma nach Halle, damals noch in der DDR. Als Kind war ihr Deutsch zwar noch mit makedonischen Ausdrücken durchsetzt, doch konnte sie schon sehr früh übersetzen, was ihre deutsche Oma nicht verstand. Mit der Stadt Halle bleibt Kornelija bis heute verbunden. In Anlehnung an das Händel-Denkmal auf dem Marktplatz in Halle lautet das familiäre Urlaubsmotto bis heute „Treffpunkt beim Händel“. Nach der Grundschule besuchte sie als sehr gute Schülerin die Josip Broz Tito Mittelschule in Skopje und legte dort auch mit sehr guten Leistungen im Jahre 1992 ihr Abitur ab.

Im Jahre 1998 heiratete Kornelija Utevska ihren Mann Eftim Gligorovski. Ihr Sohn Theo wurde 2004 und ihre Tochter Maria 2009 geboren. Zusammenfassend lässt sich der Charakter von Kornelija nach Aussage ihrer Mutter wie folgt zusammenfassen: „Gesellig, liebenswert, nicht in den Vordergrund stellend, abwartend, schweigend und dennoch geschickt durchsetzend“. Schon sehr früh sind alle persönlichen Voraussetzungen für eine Diplomatenlaufbahn erfüllt.

Der berufliche Weg unserer bisherigen Botschafterin

Direkt nach dem erfolgreichen Abitur studierte Kornelija von 1992 bis 1996 an der Universität „Sv. Kiril i Metodij“ in Skopje Philologie. Ihr Hauptfach war deutsche Sprache und Literatur. Als Nebenfach belegte sie Englisch. Aufgrund von kurzzeitigen Engagements in Deutschland führte Kornelija einen Teil ihres Studiums als Fernstudium durch. Im Jahr 1996 schloss sie ihr Studium mit einem Diplom erfolgreich ab. Von 2000 bis 2003 studierte Kornelija an der Universität  „Kiril i Metodij“ in Skopje dann noch Magisterstudien für Europäische Integration und Kommunikation. Auch dieses Studium wurde größtenteils zeitgleich mit bedeutenden  Engagements in Deutschland  durchgeführt. Bereits ab 1997 war Kornelija für den Auswärtigen Dienst der Republik Makedonien tätig. Von 1997 bis 1999 war sie Botschaftssekretärin der Botschaft der Republik Makedonien in Bonn unter dem damaligen Botschafter Srgan Kerim. Von 1998 bis 2002 war sie überdies noch bei der Deutschen Welle in Köln als Redakteurin tätig. Als Leiterin des Ministerkabinetts unter dem damaligen makedonischen Außenminister Antonio Milošoski ging es im Jahre 2006 noch einmal zurück nach Skopje in den Auswärtigen Dienst. Im Oktober 2010 trat Kornelija Utevska-Gligorovska als Botschafterin in Berlin die Nachfolge von Gjorgji Filipov an.

Kornelija Utevska-Gligorovska als Botschafterin

Die grundlegenden Aufgaben der Botschafterin Kornelija Utevska-Gligorovska waren klar festgelegt. Sie repräsentierte die Republik Makedonien in der Bundesrepublik Deutschland und den auf Deutschland bezogenen Teil der makedonischen Außenpolitik. Diese Aufgaben waren vielseitig und mit der Erfüllung von täglichen Pflichten verbunden. Unterstützt wurde die Botschafterin dabei von fünf männlichen Honorarkonsuln, die strategisch gut in ganz Deutschland verteilt sind. Die Botschafterin sah vor allem in der Promotion der Republik Makedonien in jeglicher Hinsicht ihre Aufgabe. So habe die Republik Makedonien leider einen niedrigeren Bekanntheitsgrad als andere Staaten und müsse daher den Menschen in Deutschland näher gebracht werden. Im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung brachte die Botschafterin die Republik Makedonien und die makedonische Kultur durch Besuche bei Vertretern aus Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen, durch Redebeiträge und durch die Organisation von entsprechenden Veranstaltungen der deutschen Gesellschaft näher. Sie war als Botschafterin auch Erste Vizepräsidentin der Deutsch-Makedonischen Gesellschaft. Das Haus der Botschaft war unter Botschafterin Kornelija Utevska-Gligorovska sowohl für Gäste als auch für die Honorarkonsuln der Republik Makedinien immer besonders offen gehalten. Gerade junge Gäste sollten sich den Alltag in einer Botschaft anschauen können. Ein Höhepunkt ihrer Tätigkeit als Botschafterin war unter anderem der Besuch des damaligen deutschen Außenministers Guido Westerwelle in der Republik Makedonien im Februar 2013, den sie mitbegleitete. Auch den einzigen vom Internationen Strafgerichtshof in Den Haag verurteilten makedonischen Staatsbürger Johan Tarčulovski begleitete die Botschafterin während seiner Inhaftierung in Deutschland. Dieser wurde 2005 vom Internationalen Strafgerichtshof zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt, die er bis zu seiner vorzeitigen Freilassung nach 8 Jahren Haft im Jahre 2013 in Deutschland verbüßte. Diese Aufgaben und Tätigkeiten waren und sind mit viel persönlichen Einsatz verbunden. Ziel der makedonischen Außenpolitik ist die Integration der Republik Makedonien in die Europäische Union und NATO. Diesem Ziel war die Botschafterin sehr verbunden und diesem Ziel wird sie auch nach ihrer Zeit als Botschafterin verbunden bleiben. Ein wichtiger Teil ihrer Aufgaben war daher auch im Rahmen der makedonischen Außenpolitik die Pflege der bilateralen Beziehungen zwischen der Republik Makedonien und der Bundesrepublik Deutschland mitzuorganisieren. Die bilateralen Beziehungen zwischen der Republik Makedonien und der Bundesrepublik Deutschland sind sehr gut. Deutschland unterstützt die euro-atlantische Integration der Republik Makedonien und engagiert sich auch für eine Überwindung des sogenannten Namensstreits. Ein sichtbares Zeichen dafür war unter anderem das Treffen zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen  im sogenannten Namensstreit, Matthew Nimetz, im November 2013 in Berlin. Ein gutes bilaterales Verhältnis ist auch immer ein Ergebnis einer guten Diplomatie und daran hat Kornelija Utevska-Gligorovska als Botschafterin mit ihrem persönlichen Einsatz einen wichtigen Anteil. Unsere bisherige Botschafterin ist nicht nur eine sehr erfolgreiche Diplomatin, sie hat trotz ihrer zahlreichen Pflichten immer ihre Bodenständigkeit und ihren besonderen Humor behalten.

Danksagungen

Dieser Artikel wäre nicht ohne die Hilfe und Mitwirkung von Frau Barbara Utevska (Mutter von unserer Botschafterin / Übersetzerin), Herrn Holger-Michael Arndt (Honorarkonsul der Republik Makedonien in Düsseldorf) und Herrn Goce Peroski (Leitung des Büros des Honorarkonsuls in Düsseldorf)  möglich gewesen. Allen genannten Personen möchte ich daher nochmals sehr dafür danken!