Der Vorsitzende der DUI Ali Ahmeti fordert einen Vertrag zur guten Nachbarschaft zwischen Bulgarien und der Republik Makedonien

Ali Ahmeti: Vorsitzender der DUI

Nicht nur mit Griechenland, sondern auch mit Bulgarien bestehen Differenzen bezüglich der makedonischen Kultur und Geschichte. So sei nach Auffassung Bulgariens die makedonische Kulturnation Teil der bulgarischen Kulturnation und nicht eigenständig. Die makedonische Sprache sei entsprechend ein (west-)bulgarischer Dialekt. Im Jahr 1999 verständigten sich Bulgarien und die Republik Makedonien darauf, dass es jedem einzelnen überlassen bleiben solle, wie er sich ethnisch bzw. national bekennen möchte. Damit erkannte Bulgarien implizit die Eigenständigkeit der makedonischen Kulturnation an.

Dennoch blieben zwischen Bulgarien und der Republik Makedonien Differenzen bezüglich der teilweise miteinander verflochtenen bulgarischen und makedonischen Geschichte bestehen. Dabei geht es unter anderem auch darum zu welcher Geschichte und Kultur bestimmte historische Ereignisse oder nationale Helden gehören.

Bei einem Treffen mit dem bulgarischen Botschafter Ivan Petkov bekräftigte der Vorsitzende des kleineren makedonischen Regierungskoalitionspartners DUI (Partei der demokratischen Integration, Partei der albanischen Gemeinschaft in der Republik Makedonien) Ali Ahmeti die Unterstützung für die Notwendigkeit, ohne unnötige Verzögerungen einen Vertrag über gute nachbarschaftliche Beziehungen zwischen Bulgarien und der Republik Makedonien zu unterzeichnen. Der konstruktive Dialog zwischen beiden Staaten soll so bald wie möglich mit einem vereinbarten Memorandum zwischen Sofia und Skopje formalisiert werden.

Der Kulturstreit mit Bulgarien steht im Schatten des Kulturstreits mit Griechenland. Doch auch Bulgarien ist Mitglied in der Europäischen Union (EU) und könnte einen EU-Beitritt der Republik Makedonien verzögern. Wichtig sind gute bilaterale Beziehungen sowohl zu Bulgarien als auch zu Griechenland.