Deutschlandradio: Mazedonien vor der Wahl (Podcast)

Wahlplakate der Regierungspartei VMRO mit Präsident George Ivanov (Hintergrund) und Oppositionskandidat Stevo Pendarovski (dpa/picture alliance/Georgi Licovski)

Mazedoniens Bürger wollen in die EU. Griechenland verhindert jedoch regelmäßig den Beitritt – wegen eines Streites um den Namen des Balkanstaates. Und auch die Regierung Mazedoniens zeigt keine Bestrebungen gen Westen. Seit ihrem Antritt 2006 geht es ihr vor allem um die Manifestation von Macht.

Wer mit einer ausländischen SIM-Karte in das kleine Mazedonien reist, darf sich gleich an der Grenze auf Großes gefasst machen: „Willkommen in der Wiege der Zivilisation“, begrüßt den Besucher eine SMS-Botschaft des Mobilfunknetzes und schon eine halbe Autostunde später, in der Hauptstadt Skopje, löst das Land sein Versprechen ein.

Überall in der Innenstadt klopft und hämmert es; Bagger schaufeln den Kies aus dem Fluss, und hinter Bauzäunen schießt ein klassizistischer oder barocker Palast nach dem anderen in die Höhe. „Skopje 2014“ nennt sich das wohl größte Bauprojekt der letzten 50 Jahre auf dem ganzen Balkan. Von Weitem, etwa aus einem Flugzeug betrachtet, ähnelt das neue Skopje mit seinen vielen Brücken, Prunkfassaden und Reiterstatuen vielleicht Metropolen wie Paris, London oder Rom. Von Nahem gesehen, gleicht es mit seinen funkelnden, aber billigen Kulissen eher Las Vegas oder dem Zentrum einer zentralasiatischen Republik. Reichtum und Selbstbewusstsein soll das Projekt ausstrahlen. Aber es kündet nur vom glatten Gegenteil.

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Von Norbert Mappes-Niediek