Ethnisch bedingte Spannungen und Proteste in Skopje

Die Bestellung des ehemaligen albanisch-makedonischen Rebellenkommandanten Talat Xhferi zum Verteidigungsminister der Republik Makedonien hat am 01.03.2013 in Skopje zu gewaltsamen Protesten  von ethnisch-makedonischen Jugendlichen geführt. Am Tag darauf haben albanische Makedonier mit gewaltsamen Gegenprotesten reagiert. Fast 12 Jahre nach dem Rahmenabkommen von Ohrid scheint in die Beziehungen zwischen ethnischen und albanischen Makedoniern noch immer keine Normalität eingekehrt zu sein. Gerade unter den Jugendlichen scheinen Nationalismus und darauf aufbauende Gewalt zuzunehmen.

 

Bei den gewaltsamen Protesten am 01.03. sind 18 Personen festgenommen und mehrere Personen, darunter 11 Polizisten, verletzt worden. Bei den gewaltsamen Gegenprotesten am 02.03. sind nach vorläufigen Angaben vier Personen verletzt worden. Im Stadtzentrum von Skopje warfen gewaltbereite Protestler Steine gegen staatlichen Einrichtungen und verbrannten die makedonische Flagge. Bei den Protesten am 01.03. und am 02.03. kam es zu Sachbeschädigungen, insbesondere Autos wurde demoliert.

 

Bedenklich an diesen seit Anfang 2012 immer wieder aufkommenden inner-ethnischen Spannungen ist die Tatsache, dass sie überwiegend von Jugendlichen getragen wird. Doch die Jugendlichen stellen die Zukunft des Landes dar, weshalb ausufernder Nationalismus und eine damit verbundene Gewaltbereitschaft auf Dauer die Stabilität des Landes gefährdet. Die Regierung der Republik Makedonien und alle in ihr vorhandenen maßgeblichen politischen Parteien, sowohl der ethnischen als auch der albanischen Makedonier, müssen effektiven Maßnahmen gegen die inner-ethnischen Spannungen ergreifen. Es muss klar sein, eine gemeinsame und prosperierende Zukunft für alle Völker in der Republik Makedonien ist der einzig vernünftige Weg. Doch das Miteinander setzt gegenseitiges Verständnis füreinander und aktive gelebte Toleranz eines jeden Bürgers in der Republik Makedonien voraus.