EU möchte mit Westbalkanstaaten bezüglich der Flüchtlingsproblematik zusammenarbeiten

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Treffen der Innen- und Außenminister der Westbalkanstaaten zur Flüchtlingskrise in Luxemburg

Die Europäische Union (EU) möchte mit den Staaten auf dem Westbalkan stärker bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik zusammenarbeiten. Im Jahr 2015 sind bereits rund 400.000 Flüchtlinge und Migranten im EU-Mitgliedsstaat Griechenland angekommen. Von dort aus geht es über die sogenannte Balkanroute nach Westeuropa. Die Balkanroute umfasst mehrere Routen. Die gängigsten Routen führen über die Republiken Makedonien und Serbien entweder weiter über Ungarn und Österreich oder über Kroatien, Slowenien und Österreich in die Bundesrepublik Deutschland. Allerdings sind auch weitere EU-Mitgliedsstaaten, etwa Schweden oder das Vereinigte Königreich, Ziele der Flüchtlinge und Migranten.

Auf einer Konferenz in Luxemburg haben sich jetzt die Innen- und Außenminister der EU-Staaten zusammen mit den zuständigen Regierungsvertretern aus den Westbalkanstaaten auf neue Maßnahmen verständigt. So sollen die Staaten wie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Makedonien, Montenegro und Serbien die Flüchtlinge auf ihren Weg nach Westeuropa möglichst aufhalten und ihre Grenzen besser schützen. Zu diesem Zweck sollen die betroffenen Staaten Unterstützung aus der EU enthalten. So soll es unter anderem konkrete Unterstützung für die Ausbildung von Grenzschützern und den Grenzschutz geben. Des Weiteren sollen die Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und Migranten auf dem Westbalkan verbessert werden. Die Westbalkanstaaten sollen überdies ihre Asylverfahren beschleunigen und für die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern sorgen.

Die von der EU zusammen mit den Westbalkanstaaten vereinbarten Maßnahmen sind erst ein Anfang. Die Flüchtlingsproblematik überfordert die Staaten des Westbalkans und ihre Behörden. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Staaten zum überwiegenden Teil selbst mit großen finanziellen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben und der Winter vor der Tür steht. Doch selbst die EU und ihre Mitgliedsstaaten sind zum Teil mit der Flüchtlingsproblematik überfordert. Nicht zu vergessen ist das Schicksal der Flüchtlinge und Migranten selbst. Sie flüchten aufgrund von schweren bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien, Afghanistan und Pakistan, die ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit gefährden.