Kettenreaktion auf dem Balkan: Grenzschließungen für Flüchtlinge und Migranten

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Migranten und Flüchtlinge vor der Mazedonischen Grenze werden wohl länger auf Ihre Einreise warten müssen, nachdem nun auch Serbien die Grenzen geschlossen hat.

Serbien hat seine südliche Grenze zur Republik Makedonien für Flüchtlinge und Migranten geschlossen. Hintergrund für die Entscheidung war, dass der Nachbarstaat Kroatien die Weiterleitung von Flüchtlingen und Migranten vom nord- serbischen Sid in Richtung Slowenien gestoppt hat.

Das serbische Innenministerium gab am Nachmittag des 19. Februar 2016 hierzu eine Erklärung ab, wonach die Grenze nicht generell geschlossen sei. Vielmehr werde das am 18. Februar 2016 zwischen Kroatien, der Republik Makedonien, Österreich, Serbien und Slowenien verabredete neue Grenzregime angewendet. Demnach werden alle Flüchtlinge und Migranten zurückgeschickt, die keine Registrierung von den Grenzbehörden an der Grenze zwischen Griechenland und der Republik Makedonien vorweisen können.

Serbien war bisher, abgesehen von Griechenland, der einzige Staat auf der Balkanroute, der auf Grenzbefestigungen und dem verschärften Einsatz von Polizei und Militär an seiner Grenze abgesehen hat. Aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Nachbarstaaten von Serbien ihre Grenze gegenüber Flüchtlingen und Migranten abschotten, stauen sich immer mehr Flüchtlinge und Migranten in Serbien.

Serbien wäre ebenso wie die Republik Makedonien nicht in der Lage auf Dauer eine große Zahl von Flüchtlingen und Migranten unterzubringen und zu versorgen. Vielmehr muss eine Lösung im Rahmen der Europäischen Union (EU) unter Beteiligung der betroffenen Nicht-EU-Mitgliedsstaaten gefunden werden. Im Ergebnis droht aufgrund der Schließung der serbischen Grenze zur Republik Makedonien auch eine Schließung der Grenze der Republik Makedonien zu Griechenland.