Neue Kritik am Umgang Griechenlands mit seinen Minderheiten

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Thomas Hamarberg, EU-Kommissar für Menschenrechte des Europarats, kritisierte in seinem heute veröffentlichten Bericht die griechische Haltung gegenüber den eigenen Minderheiten im Land.

Der Bericht stützt sich dabei auf den Griechenlandbesuch Hamarbergs vom Dezember letzen Jahres und erklärt eine tiefe Besorgnis über die übermäßige, restriktive Praxis der griechischen Gerichte bei der Registrierung von Organisation von Minderheiten.

Thomas Hamarberg, EU-Komissar für Menschenrechte des Europarats

„Die Behörden müssen schnellstmöglich Maßnahmen einleiten, welche es den Minderheiten ermöglicht, ihre grundsätzlichen Minderheitenrechte zu leben“, so Hamarberg.

Ebenfalls merkte er an, dass griechische Behörden, neben der Nichtanerkennung irgendeiner nationalen oder sprachlichen Minderheit, nur eine einzige kleine Gruppe von Menschen anerkennen, die neben der griechischen Sprache, eine slawische Sprache zu Hause und in nicht-formellen Konversationen verwenden. Nach Angaben der griechischen Behörden nimmt diese „slawisch-orientierte Gruppe griechischer Bürger in der griechischen Region Makedonien über ihre politische Partei an den Parlamentswahlen in Griechenland teil.“

Der EU-Kommissar fügte in seinem Bericht hinzu, dass es sich bei dieser Partei um die Partei der makedonischen Minderheit „VINOZITO / EFA-RAINBOW“ mit Sitz in Florina/ Lerin handelt. In den Wahlen für das Europaparlament habe diese Partei über 6.000 Stimmen erhalten.

Abschließend fügte Hamarberg hinzu, „dass die Existenz einer Minderheit, unabhängig davon ob nationaler, religiöser oder sprachlicher Natur, nicht als Faktor der Trennung, sondern als Bereicherung der griechischen Gesellschaft angesehen werden sollte.“

Quelle: makfax.com.mk