Štefan Füle: „Mazedonien hat in 2009 enorme Fortschritte gemacht“

Im Rahmen eines Interviews zum Thema EU-Osterweiterung mit besonderem Bezug auf den Westbalkan und die Türkei nimmt Štefan Füle, Erweiterungskommissar, Stellung zu den EU-Ambitionen Mazedoniens.

Auszug aus Euroactiv:

Frage:

Der Premierminister Mazedoniens, Gruevski, sagte jüngst bei seinem Besuch in der Tschechischen Republik, dass er Mazedonien gern innerhalb der nächsten Jahre der EU beitreten sähe – also noch in Ihrer Amtszeit als Erweiterungskommissar. Halten Sie das für durchführbar?

Štefan Füle:

Ich denke, zuerst  müssen wir die Beitrittsverhandlungen einmal anfangen. In den vergangenen Jahren, besonders 2009, hat Mazedonien Reformfortschritte gemacht, und zwar in einem Ausmaß, dass die Kommission dem Europäischen Rat empfehlen konnte, die Gespräche mit dem Land zu beginnen. Nun liegt es also in der Hand des Rats.

Unsere Kollegen in Mazedonien wissen genau, welche Herausforderungen noch bestehen. Es ist unerlässlich, dass der Namensstreit gelöst ist, und zwar gemeinsam mit Griechenland. Ich hoffe sehr, dass dies bald der Fall sein wird. Dann sehe ich eine Möglichkeit zwischen jetzt und dem Europäischen Rat im Juni. Da darf aber der Reformprozess nicht stehen bleiben, sodass das Land den Prozess in der Richtung vorantreiben kann, die seine europäischen Erwartungen dann auch erfüllen.

Quelle: EurActiv

Štefan Füle ist ein tschechischer Diplomat, ehemaliger parteiloser Minister für europäische Angelegenheiten und Mitglied der EU-Kommission Barroso II. (Wikipedia.de)