Ex-Präsident der ehemaligen Staatenunion Serbien-Montenegro festgenommen

 Die Staatenunion Serbien-Montenegro wurde als Rechtsnachfolgerin der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) am 04.02.2003 gegründet und aufgrund der Unabhängigkeitserklärung Montenegros am 03.06.2006 wieder aufgelöst. Einziger Präsident dieser Staatenunion war der Montenegriner Svetozar Marović, welcher am 17.12.2015 in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica festgenommen worden ist. Die Gründe für die Festnahme waren zunächst unklar. Sie erfolgte auf Antrag der Sonderstaatsanwaltschaft und soll mit Korruptionsermittlungen in der montenegrinischen Küstenstadt Budva in Verbindung stehen. Im August 2015 waren dort bereits ein Bruder und die Tochter von Marović sowie etwas später auch sein Sohn festgenommen worden.

Klientelismus und  Korruption sind ein großes Problem in Montenegro. Auch Angehörige der montenegrinischen Regierung und Staatspräsident Milo Ðukanović werden immer wieder entsprechende Straftaten vorgeworfen. Im konkreten Fall um Svetozar Marović wird wegen millionenschwerer Finanzmachenschaften beim Verkauf von Bauplätzen ermittelt. Der Spitzenpolitiker Svetozar Marović der regierenden „Demokratischen Partei der Sozialisten“ („DPS“) von Staatspräsident Ðukanović ist wohnhaft in Budva, war jahrelang ein enger Mitarbeiter von  Ðukanović und galt lange als zweitmächtigster Politiker nach dem Staatspräsidenten. In den letzten Jahren verlor er immer mehr an Einfluss und war zuletzt für die Koordinierung der Parteiarbeit in der DPS zuständig.