Griechenland kehrt an den Kapitalmarkt zurück/ Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Griechenland

Athen-Besuch von Angela Merkel (Quelle: Bundeskanzleramt)

Die Hellenische Republik (Griechenland) ist nach vier Jahren wieder auf den internationalen Kapitalmarkt zurückgekehrt. Für fünfjährige Staatsanleihen wird Griechenland 3 Milliarden Euro erhalten, wobei die Zinsen dafür bei unter fünf Prozent liegen. Dies sei nach Ansicht der griechischen Regierung unter Ministerpräsident Andonis Samaras ein erster Schritt, um die Spar- und Reformprogramme, die in den letzten vier Jahren mit den internationalen Geldgebern (EU, EZB und IWF) vereinbart wurden, hinter sich zu lassen. Die europäische Statistikbehörde Eurostat dürfte ebenfalls am 23.04.2014 erstmals offiziell einen Primärüberschuss bestätigen.

 

Allerdings dürfte Griechenland die schwere Staats- Finanz- und Wirtschaftskrise damit noch nicht überwunden haben. Das Haushaltsdefizit ist noch immer nicht abgebaut. Ohne eine Weiterführung der Reform- und Sparprogramme dürfte Griechenland nicht aus der Krise kommen. Auch die Experten sind nur bedingt optimistisch, dass Griechenland bereits über dem Berg ist. Wahrscheinlich dürfte der von der griechischen Regierung verbreitete Optimismus vielmehr mit den anstehenden Kommunal-, Regional- und Europawahlen am 25.05.2014 im Zusammenhang stehen. Die griechische Opposition  beurteilt die Lage ebenfalls ganz anders und sieht die Krise in Griechenland noch nicht überwunden. Der Vorsitzende der größten Oppositionspartei in Griechenland SYRIZA, Alexis Tsipras, spricht dann auch von einer „politischen Täuschung“.

 

Unter großen Sicherheitsvorkehrungen besuchte am 11.04.2014 die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkmal die griechische Hauptstadt Athen. Sie traf sich mit der politischen Führung Griechenlands und führte Gespräche mit Vertretern aus der Wirtschaft. So traf sie sich unter andrem mit jungen Unternehmern und Vertretern von kleinen und mittleren Betrieben. Die deutsche Bundeskanzlerin lobte ausdrücklich die Fortschritte Griechenlands bei seiner Reform- und Sparpolitik und sicherte Griechenland weiterhin die Unterstützung durch Deutschland zu.

 

Nach Auffassung von Angela Merkel herrsche in Griechenland jetzt Aufbruchstimmung. So sprach sie den jungen Unternehmern und Firmengründern Mut zu. Vor allem im Tourismus und in der Landwirtschaft würden sich in Griechenland viele Möglichkeiten bieten. Auch ganz konkret sagte die deutsche Bundeskanzlerin den Griechinnen und Griechen Hilfe zu. So wolle sich Deutschland an einer sogenannten Förderbank beteiligen, die griechischen Firmengründern günstige Kredite anbietet. Damit könnten neue Arbeitsplätze in Griechenland entstehen und die griechische Wirtschaft angekurbelt werden.

 

Jedoch mahnte Angela Merkel an, dass Griechenland weiterhin seine Reform- und Sparpolitik umsetzen müsse. Nur so könne die Krise dauerhaft überwunden werden. Auch der griechische Ministerpräsident Andonis Samaras betonte, dass die Reform- und Sparpolitik der einzig richtige Weg für Griechenland gewesen sei. Diesen Kurs müsse Griechenland fortsetzen. Zwar seien die meisten Griechinnen und Griechen noch skeptisch, doch sei Griechenland nach Auffassung Samaras auf dem Weg aus der Krise.

 

Griechenland könnte auf einem guten Weg sein. Wichtig ist, dass Griechenland auf diesem Weg bleibt und konsequent seine Reform- und Sparpolitik umsetzt. Doch von politischer und wirtschaftlicher Normalität in Griechenland kann noch nicht gesprochen werden. Doch gibt es zumindest einen wahrnehmbaren Lichtblick.