Minderheitenrechte in der EU – Frankreich ist nicht alleine

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Es ist beeindruckend, wie arrogant manche Länder mit ihren Minderheiten umgehen. Menschenrechte scheinen außer Kraft gesetzt, die Menschenwürde nicht mehr viel Wert. Das aktuellste Beispiel ist unser Nachbarland Frankreich. Genau, das EU-Kernland Frankreich, neben Deutschland und Großbritannien eines der wichtigsten Länder in der EU, tritt die Minderheitenrechte mit Füßen und schiebt tausende von Roma ab. Barroso ist außer sich, Merkel streitet derweilen ab, dass Deutschland ähnliche Aktionen geplant habe.

Die aktuellen Schlagzeilen mögen zwar brisant sein, jedoch ist Frankreich nicht das einzige Land, das es mit den Minderheitenrechten so genau nimmt. Auch Griechenland hat es nicht so wirklich mit Minderheiten. Hier wird lediglich die türkische Minderheit in Thrakien als „muslimische Minderheit“ registriert. Anderen Minderheiten wie die der Mazedonier und Albaner werden offiziell noch nicht einmal anerkannt, somit müsse man diesen Menschen auch keine Rechte einräumen, denn sie gibt es offiziell nicht – die Bevölkerungsstatistik zeigt was anderes.

Was jedoch die EU für Unglaubwürdig erscheinen lässt ist die Tatsache, dass man von den EU-Anwärtern wie Mazedonien genau das erwartet: Minderheitenschutz. Selber tritt man diese Themen mit Füßen, erwartet aber von den angehenden Neumitgliedern die strenge Einhaltung.

Mazedonien hat eine große albanisch-stämmige Minderheit, welche mit ca. 25% Bevölkerungsanteil weitreichende Rechte hat, selbst albanisch wird als zweite Amtssprache im mazedonischen Parlament gesprochen. Mazedonien ist ein multi-ethnisches Land, in welchem viele Menschen unterschiedlicher Wurzeln friedlich zusammenleben.