Antikes Makedonien baut eine moderne Demoktratie

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Die Autorin, Stephanie Rowlands ist die Frau von Ryan Rowlands, Public Affairs Officer der US-Botschaft in Skopje.

Makedonien.

Das Wort beschwört Bilder von antiken Zivilisationen, von Männern in Togas und Sandalen mit Speeren und Schilden. Es ruft auch moderne europäische Geschichte der Entstehung und Neuausrichtung der Nationen in einer Zeit, als das Osmanische Reich verschwand. Die geographische Region Makedonien, über heutige Staatsgrenzen hinweg, wurde im Laufe der Jahrhunderte durch Königreiche und Imperien erobert und war Teil von diesen. Heute liegen große Teile des historischen Mazedonien in den Nachbarländern.

Die Republik Mazedonien bemüht sich um die tiefe Tradition der Toleranz, diese aufzubauen und die friedliche Entwicklung zu lehren. Die vielfältige Mischung der Kulturen, Religionen, Sprachen und die Geographie macht das Land auch für viele Amerikaner attraktiv.

Mazedoniens Geschichte und Kultur rufen heutzutage Debatten in der Balkan-Region hervor. Viele Bulgaren sehen die mazedonische Sprache nicht als eigenständig an, sondern als bulgarischen Dialekt, viele Serben erkennen die nicht Unabhängigkeit der mazedonisch-orthodoxen Kirche an, und die Griechen streiten dem Land den Namen ab. Der Streit mit Griechenland über den verfassungsmäßigen Namen Mazedoniens hat die Integration in die euro-atlantischen Institutionen behindert. Seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991 will Griechenland die Verwendung des Namens „Mazedonien“ verhindern, so hat sich deshalb auch die Aufnahme Mazedoniens in die (NATO) North Atlantic Treaty Organization und der Europäischen Union verschoben bzw. wird weiterhin blockiert. Mazedonien ist weiterhin in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen unter dem vorläufigen Namen „Ehemalige Jugoslawischen Republik Mazedonien“ Mitglied. Die Vereinigten Staaten von Amerika verwenden seit 2004 offiziell Republik Makedonien.

 

Kloster „Hl. Jovan Kaneo”, 14.Jhd., Ohrid

Inter-ethnische Spannungen

Mazedonien gelang die Herauslösung aus der jugoslawischen Föderation friedlich ohne kriegerische Ereignisse. Das Land ist seit 1991 unabhängig. Zwischen März und August 2001 gab es jedoch einen internen Konflikt zwischen ethnischen Albanern und der Regierung. Eine schnelle internationale Vermittlung beendete die Kämpfe und mit dem anschließenden Rahmenabkommen von Ohrid wurden Leitlinien zur breiteren politischen und kulturellen Pluralismus, Vielfalt und Respekt für Minderheiten verabschiedet. Die USA sind unter den Garanten des Abkommens und weiterhin in seiner Erfüllung unterstützend aktiv.

Ethnische Mazedonier, vorwiegend christlich-orthodoxen, machen fast zwei Drittel der Bevölkerung des Landes. Ethnische Albaner, die vorwiegend muslimischen, machen ein Viertel und Roma, Türken, Serben, Walachen und andere machen kleinere Anteile aus. Obwohl inter-ethnische Spannungen bestehen, wurden Fortschritte erzielt. Seit der Unabhängigkeit bestand jede Regierung aus einer Koalition zwischen einer mazedonischen und einer albanischen politischen Parteien; darunter auch Minister mehrerer anderer Ethnien.

Die USA fördert aktiv die stärkere Beziehung zwischen allen Menschen in Mazedonien. Ein aktuelles Beispiel war der Tag des Gedenkens an die Terroranschläge vom 9. September, als die US-Botschaft in Skopje mit dem Mazedonischen Roten Kreuz zusammen, Blut und Lebensmittel zu sammeln. Mehrere hundert ethnische Mazedonier, Albaner und Mitglieder anderen Gemeinden kamen zusammen, um Blut zu spenden, Lebensmittel und Geld zu geben, um Menschen in Not zu helfen.

 

Strategische Partnerschaft

Seit der Unabhängigkeit Mazedoniens im Jahr 1991 haben die USA und Mazedonien eine starke bilaterale Beziehung aufgebaut. Mazedonien ist ein wichtiger Sicherheitspartner der USA, die auch Soldaten in den Irak und Afghanistan geschickt haben, um gemeinsam mit US-Soldaten für den Frieden zu kämpfen. Viele von ihnen haben ihre Medaillen für hervorragende Dienste erhalten. Die Vereinigten Staaten haben mehr als eine Milliarde Dollar bereitgestellt, um Mazedonien beim Übergang zu einer marktwirtschaftlichen Demokratie zu unterstützen, die Zivilgesellschaft auszubauen und die volle euro-atlantische Integration zu unterstützen. Die Hilfe zielt zunächst vor allem auf die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, die Verbesserung der Bildung, die Modernisierung des Militärs und der Stärkung des Rechtsstaats.

Mehr als 1.000 Mazedonier haben in den vergangenen 18 Jahren im Rahmen von Austausch oder Studienprogrammen die USA besucht, eine Schulung besucht. Mazedonien und die USA pflegen eine gegenwärtige und auch in die Zukunft gerichtete strategische Partnerschaft.

Ein weiterer Aspekt der bilateralen Zusammenarbeit mit Mazedonien ist das reiche kulturelle Erbe, welches zu bewahren gilt. Hunderte Klöster, Moscheen, türkische Bäder und Kirchen aus den 14. bis 16. Jahrhundert sind mit kunstvollen Holzarbeiten/Fresken ausgearbeitet; die Gebäude zeigen eine einzigartige Architektur.

 

Die Perle des Balkans

Die Perle des Balkans ist Mazedonien auch aufgrund seiner Landschaft und der reichen Geschichte. Seine Nationalparks sind das Schaufenster des Landes zur Schönheit. Wasserfälle, Schluchten, Berge, Skipisten und Felder von Wildblumen können auf gut markierten Wanderwegen bestaunt werden. Die markierten Wege bergen viel mehr, versteckte Ruinen vergangener Jahrhunderte, Klöster, Weingüter. Unter dem saphirfarbenen blauen Himmel liegen Schafshirten und wachen über ihre Herde und schnitzen kunstvoll ihren Stab. Spektakuläre Sonnenuntergänge spiegeln sich in Ohrid-See, der Perle des Balkans, und eines der wenigen UNESCO-Weltkulturerben. Die New York Times führt denOhrid-See als eines der „Top 31 Sehenswürdigkeiten für das Jahr 2010“. Umgeben von den mazedonischen und albanischen Bergen, segeln weisse Fischerbote im klaren Wasser, alte Klöster, ein Amphitheater und die Festung des Zaren Samuil aus dem 10 Jhd. N.Chr. locken Reisende Schritt zurück in eine vergessene Zeit. Besucher können Archäologie in Aktion sehen, Ausgrabungen gibt es aktuell fast im ganzen Land. In Heraclea und Stobi arbeiten hunderte von Arbeiter an den Ausgrabungsstätten, die Schätze vom 7.Jhd. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. Artefakte, Mosaiken und Gebäuden verbergen. Besucher gehen dieselbe Straße entlang, die auch Philipp II. gegründet und später von den Römern genutzt.

 

Leben in Skopje

Das Leben in Skopje, einer Stadt mit rund 600.000 Einwohnern ist stressfrei und sicher. Man kann entlang des Flusses Vardar Fahrrad fahren oder im Gradski Park spazieren gehen. Der Berg Vodno, mit seinem 74 Meter hohen beleuchteten Kreuz thront über Skopje und ist eine 20-minütige Fahrt vom Stadtzentrum entfernt. Vodno’s Pfade verbinden den Gipfel bis zum See Matka, ein künstlicher See, der an der steilen Schlucht des Trška Tals liegt. Kletterer,

Wanderer und Bootsfahrer können hier Höhlen erkunden und einsame Klöster und Ruinen besichtigen.

 

Auf den Wochenmärkten wimmelt es von lokalen Produkten. Pyramiden von Tomaten und Paprika, Berge von Kohl und Bottiche mit frischem Käse und Oliven füllen Basare in jeder Umgebung. Der Ruf zum Gebet hallt durch Kopfsteinpflaster und Konditoreien locken Kunden mit Tee und Baklava. Das Kale, die Überreste einer Festung aus dem Neolithikum sind wiederhergestellt und thront über die Innenstadt; während die steinerne Brücke aus dem 15. Jahrhundert die „türkische“ Altstadt mit dem modernen europäischen Zentrum verbindet. Die Klänge der neuesten „World Music“ sind auch in die frühen Morgenstunden aus den angesagtesten Diskotheken zu hören.

Die Autorin, Stephanie Rowlands ist die Frau von Ryan Rowlands, Public Affairs Officer der US-Botschaft in Skopje.

Quelle:

Übersetzt aus dem Englischen: http://www.state.gov/documents/organization/138927.pdf